Milchzähne mit Karies: So verhindert man Schmerzen

Milchzähne mit Karies

Warum heißen Milchzähne eigentlich Milchzähne? Interessant zu wissen – Erwachsene antworten darauf: Weil die Zähne während der Stillzeit durchbrechen. Kinder sagen: Weil sie weiß wie Milch sind. Beides ist richtig. Und damit das erste Gebiss schön weiß und gesund bleibt, gibt es im folgenden Beitrag einige wichtige Tipps.

Milk teeth, dent de lait, diente de leche – auch in anderen Sprachen kennt man Milchzähne. 20 Stück passen in den kleinen Kinderkiefer, vor allem im Backenzahnbereich fehlen noch einige Beißerchen. Ein Erwachsenengebiss hat nämlich 32 Zähne (inklusive Weisheitszähne).
Das Milchgebisses erscheint in der Regel bei Babys mit etwa 6 Monaten und ist zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr komplett fertig.

Die Pflege des Milchgebisses: von KAI und Sanduhren

Die Pflege beginnt mit dem ersten Zahn. Zahnbürsten mit Silikonnoppen oder auch kleine Fingerlinge helfen, die Zähnchen zu säubern und das Baby an das Gefühl des regelmäßigen Putzens zu gewöhnen.
Je mehr Zähne erscheinen, umso wichtiger ist das Putzen nach dem Essen. Natürlich ist es manchmal schwierig, Kleinkinder vom Sinn dieser Aktion zu überzeugen. Doch hier dürfen Eltern nicht nachgiebig sein: Nehmen Sie das Kind auf den Schoß und putzen Sie sanft über die Milchzähne. Bürsten mit lustigen Bildern oder welche mit Musik lassen Kinder Spaß an dem Putzvorgang entwickeln. Um festzustellen, ob lange genug gebürstet wurde, kann man kleine Sanduhren aufhängen.

Die Zahnbürste gleitet immer nach dem KAI-Prinzip über die Zähne: Kauflächen – Außen – Innen. Kinderzahnbürsten müssen noch öfter ausgetauscht werden als die für Erwachsene (hier ist der Rhythmus alle 6 Wochen), denn Kinder kauen oft darauf herum, so dass die Borsten in alle Richtungen zeigen. Solch ein Putzwerkzeug ist natürlich nicht hilfreich.
Eltern sollten auf jeden Fall dem Kind helfen: Kinder dürfen starten und so gut sie können, ihre Zähne reinigen. Doch die Erwachsenen müssen nachputzen: Zahnärzte raten dazu, bis das Kind schön schreiben kann. Erst dann ist nämlich die Feinmotorik so weit ausgeprägt, dass alle Zähne gründlich gesäubert werden können.

Eine Alternative ist die elektrische Zahnbürste, die auch schon Zweijährige verwenden können. Damit putzt das Kind gründlicher als noch mit ungelenken Handbewegungen und der Handzahnbürste. Aber auch hier gilt: Eltern bitte nachputzen!

Was schützt Milchzähne außerdem?

Die meisten Schäden an Milchzähnen entstehen durch zuckerhaltige oder säurehaltige Getränke aus der Nuckelflasche: Wer Kinder schon in sehr jungen Jahren viele Getränke wie Eistee, Cola oder Limonade trinken lässt, tut nicht nur den Milchzähnen nichts Gutes, sondern fördert auch noch Adipositas. Eltern sollten also Säfte, gesüßte Tees oder Kakao niemals zum Dauernuckeln anbieten. Das ist etwas für einen besonderen Anlass, nicht jedoch als Durstlöscher im Alltag. Hier sind sie mit Wasser am besten aufgestellt.

Zum Putzen empfehlen sich Flourid-haltige Zahnpasten. Diese machen den Zahnschmelz widerstandsfähig, denn Milchzähne haben einen viel dünneren Zahnschmelz mit einer geringeren Mineralisierung als das dauerhafte Gebiss. Der Schmelz ist aber wichtig, um die Bakterien vom Zahn fernzuhalten und Karies zu vermeiden. Hat sich an einer Stelle Zahnfäule eingenistet, verbreitet sie sich schneller als bei Erwachsenen.

Wofür sind Milchzähne wichtig?

Milchzähne begleiten den Menschen nur einige Jahre und werden manchmal noch stiefmütterlich behandelt. Dabei dienen sie den Kindern nicht nur zum Zerkleinern der Nahrung. Sie sind auch wichtig für eine gesunde Sprachentwicklung. Gehen Zähne durch Karies zu früh verloren – vor allem Frontzähne – kann das Kind bestimmte Laute nicht bilden. S und Z werden zum Problem, weil die Zunge zu weit nach vorn rutscht.

Besteht dieses Problem über längere Zeit, kann ein Fehlbiss (Ober- und Unterkiefer berühren sich nicht mehr) entstehen und sich auch auf die bleibenden Zähne auswirken. Denn die zweiten Zähne orientieren sich immer an den Milchzähnen. Fehlen diese im Frontbereich, rutschen die Backenzähne nach vorn und müssen später mühsam durch die Kieferorthopäden an den richtigen Platz verlagert werden.

Karies bei Milchzähnen – was man wissen muss

Zahnschmerzen sind für Erwachsene schon schlimm, aber diese wissen genau, was dann zu tun ist. Kleine Kinder können manchmal noch gar nicht lokalisieren, wo der Schmerz herkommt oder ihnen fehlt das Sprachvermögen. Wenn die Zähne schmerzen und man unter Tränen zum Zahnarzt muss, ist es bis zu einer Zahnarztangst nicht mehr weit. Die Behandlung einer vorhandenen Karies erfolgt dann oft unter Vollnarkose, um es für die Kleinen angenehmer zu machen. Ist eine Füllung nicht mehr ausreichend, ist es ein einschneidendes Erlebnis, wenn schon im Vorschulalter Zähne gezogen werden müssen.

Das lässt sich aber leicht vermeiden. Und eigentlich ist man in Deutschland auf einem guten Weg: Die Karies bei Kindern nimmt ab, weil Zahngesundheit ein großes Thema bei Eltern ist.
Trotzdem leiden noch immer viel zu viel Kinder an der gefährlichen Zahnfäule, die auch richtig weh tun kann. Das Allerwichtigste: Regelmäßiges Zähneputzen ist die beste Prophylaxe. Zweimal pro Tag ist Pflicht. Zahnseide und spezielle Flouridlacke sind bei Milchzähnen noch kein Thema.
Man sollte sich vor Augen führen, dass Zahnkaries an Milchzähnen das Allgemeinbefinden beeinträchtigen kann. Kommt es zu Infektionen im Mund, sind Folgeerkrankungen wie Durchfall oder Fieber möglich. Und auch für den Zahnwechsel auf das Erwachsenengebiss sind das keine guten Aussichten. Schlechte Milchzähne können auch schlechte bleibende Zähne bedeuten!

Ab wann sollte das Kind zum Zahnarzt?

Ab dem dritten Lebensjahr steht der Zahnarztbesuch für Kinder halbjährlich auf dem Programm. Dabei geht es nicht darum, möglichst früh zu bohren, sondern das Gebiss in seiner Entwicklung zu verfolgen und Prophylaxe zu betreiben. Das können zum Beispiel Putzhinweise vom Zahnarzt sein.
Eltern sollten außerdem bedenken: Je früher und je öfter der Nachwuchs die Praxis mit einem guten Gefühl verlässt (“Gar nicht gebohrt!”), desto eher wird er wieder freiwillig zum Zahnarzt gehen.
In den ersten 3 Lebensjahren könnte man das Kind auch vorstellen, wichtiger ist hier aber die richtige Pflege vom ersten Zahn an.

Gibt es Zahnersatz auch schon für Milchzähne?

Ja, das kann möglich sein. Wenn ein Zahn früh gezogen werden muss, zum Beispiel aufgrund einer Karies oder wenn er durch einen Unfall schwer beschädigt ist, wird der Zahnarzt in manchen Fällen einen Platzhalter einsetzen. Bleibt eine Zahnlücke im Milchzahngebiss nämlich zu lange unverschlossen, finden die nachfolgenden Zähne manchmal ihre richtige Position nicht und wachsen schief. Der Milchzahn-Ersatz sorgt also für den korrekten Pfad der bleibenden Zähne, die so später dann nicht korrigiert werden müssen.

Fazit

Milchzähne brauchen eine gute Pflege, um lange gesund und weiß zu bleiben. Regelmäßiges, richtiges Putzen ist die wichtigste Vorsorge, damit Karies vermieden wird. Denn schmerzen die Milchzähne und das Kind muss mit einem schlechten Gefühl zum Zahnarzt, ist das keine gute Basis für die nächsten Behandlungen.
Die ersten Zähne sind nicht nur essentiell, um nach dem Stillen feste Nahrung zu sich zu nehmen, sie bestimmen auch das Sprachverhalten und die Stellung des Kiefers. Ein top gepflegtes Milchgebiss ist eine der Grundlagen für eine gesunde Entwicklung des Kindes.

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Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.