Mini-Implantate – die gute Alternative zu Implantaten?

Mini-Implantate – die gute Alternative zu Implantaten
Die kleinen Implantate tragen ihren Namen zu Recht, denn sie sind deutlich kleiner und einfacher aufgebaut als ihre große Verwandtschaft. Deshalb kosten die Minis auch wesentlich weniger und sind dazu noch leichter in den Kiefer einzubringen. Mini-Implantate bieten einen schnellen Halt für Vollprothesen und sind lange haltbar. Einziger Nachteil: Sie sind nur für bestimmte Indikationen einsetzbar.

Für ein großes, zweiteiliges Implantat muss der Kiefer ausreichend Platz bieten. Diese Voraussetzung erfüllen gerade ältere Menschen oft nicht. Um die künstlichen Wurzeln bei mehr Menschen einsetzen zu können, werden deshalb seit dem Ende der 1990er Jahre verstärkt Mini-Implantate verwendet. Seither bewähren sich die einteiligen Titanschrauben auch für den Ersatz einzelner Zähne sowie zum Befestigen von Prothesen.

Aufbau der Mini-Implantate

Der Name verrät es schon – Mini-Implantate sind wesentlich schmaler als ein herkömmliches Implantat. Ihr Durchmesser beträgt höchstens drei Millimeter. Damit sie trotzdem stabil sind, bestehen sie nur aus einem Teil. Das Verbindungsstück (Implantataufbau), auf dem die Krone oder Prothese sitzt, ist also bereits mit dem Implantatkörper (Implantatschraube) verbunden. Dieser Aufbau schaut nach dem chirurgischen Eingriff (Implantation) aus dem Zahnfleisch heraus. Ein Implantataufbau kann als Pfosten für eine Zahnkrone oder als Kugelkopf zur Fixierung einer Prothese geformt sein.

Für wen eignen sich Mini-Implantate?

Das Haupteinsatzgebiet liegt besonders in der Befestigung einer Voll- oder Teilprothese. Die Vollprothese bekommt auf diese Weise einen stabileren Halt als einfache herausnehmbare Prothesen, die häufig wackeln und scheuern. Gerade bei zahnlosen Patienten, die schon unter einem Abbau des Kieferknochens leiden, sind Mini-Implantate meist der letzte Ausweg für diesen festen Prothesenhalt. Klassische Implantate lassen sich bei schon zurückgebildetem Knochen nicht einsetzen und nicht in jedem Fall ist ein Knochenaufbau mit Stützmaterial möglich.

Die Kleinst-Implantate sind ebenso zum Ersatz von einzelnen Zähnen geeignet.

Muss zum Beispiel ein schmaler Schneidezahn ersetzt werden, sind zweiteilige Implantate oft zu groß. Schließlich dienen die Minis noch als Provisorium: Anfänglich wurden sie ausschließlich als Übergangslösung implantiert, bis das endgültige „große“ Implantat eingeheilt war, damit die Prothese sofort stabil sitzt. Für diesen Komfort werden sie auch weiterhin gerne verwendet. Im Bereich der Kieferorthopädie schaffen Mini-Implantate eine stabile Verankerung für Apparaturen, die sonst von außen abgestützt werden müssten.

Vorteile der Mini-Implantate

Gegenüber größeren Implantaten ist es vorteilhaft, dass das Zahnfleisch nicht mit einem Schnitt geöffnet werden muss. Wenn überhaupt, wird lediglich ein kleiner runder Bereich mithilfe einer Schleimhautstanze entfernt; das Implantat kann danach direkt in den Knochen gesetzt werden. Das bedeutet geringere Schmerzen nach dem Eingriff und eine kürzere Operationszeit. Da es nach dem Einsetzen möglich ist, das Mini-Implantat sofort zu belasten, können Sie Ihre festsitzende Prothese noch in der gleichen Sitzung bekommen. Das muss allerdings Ihr Zahnarzt befürworten.

Für den Einsatz der Mini-Implantate spricht:

• Sehr gute Langzeitergebnisse
• Geringer operativer Aufwand
• Gewebeschonender Eingriff
• Kaum Schmerzen oder Schwellungen
• Sofortige Belastung möglich
• Gute Befestigung von Vollprothesen
• Einzelzahnersatz kleiner Zähne
• Kosteneinsparung durch geringe Produktionskosten und kurze Operationszeit
• Alternative bei geringem Knochenangebot (schmaler, spitzer Kiefer)
• Einsatz bei bereits fortgeschrittenem Knochenabbau

Heute verlieren viele Menschen ihre Zähne recht spät und gewöhnen sich dann nur schlecht an große Voll- oder Teilprothesen. Eine auf Implantaten abgestützte Prothese stoppt den Knochenabbau im zahnlosen Kiefer, verringert den Druck auf die Schleimhaut und verhindert dadurch schmerzhafte Druckstellen. Die Prothese hält zuverlässig fest und verbessert das Sprechen, das Kauen und den gesamten Eindruck des Gesichtes. Bei einer Teilprothese oder einer Brücke müssen die gesunden Nachbarzähne nicht beschliffen werden, um den Zahnersatz zu befestigen.

Nachteile von Mini-Implantaten

Mini-Implantate sind nicht so variabel einsetzbar wie die Großen, weil sie nur aus einem Teil bestehen. Ihr geringer Durchmesser macht sie ungeeignet für den Ersatz einzelner stark belasteter Einzelzähne. Hergestellt werden sie aus einer Titanlegierung, die für die meisten Menschen sehr gut verträglich ist. Aufgrund der Beimischungen von Nickel, die zwar nur in geringsten Spuren vorhanden sind, müssen Allergiker jedoch genau überlegen. Die einfache Handhabung kann dazu führen, dass Zahnärzte ohne ausreichende eigene Erfahrung diese Methode anbieten. Ein geschulter Zahnarzt hat schon viele Jahre Erfahrung mit zweiteiligen Implantaten und verfügt über die notwendige technische Ausstattung wie zum Beispiel ein 3-D-Röntgengerät. Wenn Sie sich diesbezüglich unsicher sind, können Sie sich Ihr Mini-Implantat auch bei einem Implantologen einsetzen lassen.

Was kosten Mini-Implantate?

Die Kosten der Minis sind deutlich geringer als die der Zweiteiler. Einteilige Implantate bestehen aus Titan und sind mit wenig Aufwand zu produzieren, da der Implantataufbau schon integriert ist. Außerdem sind sie schneller und einfacher in den Kiefer einzupflanzen als herkömmliche Implantate. Vorhandene Vollprothesen können weiter benutzt werden, da es möglich ist, im Labor die Halteelemente in die Prothese einzuarbeiten. Diese Faktoren sorgen für eine Senkung der Kosten für ein Zahnimplantat sowie eine preiswertere Anfertigung von Zahnersatz.

Der endgültige Preis hängt allerdings von vielen weiteren Dingen ab: Der tatsächliche Aufwand, das Honorar des Zahnarztes sowie der Zahnersatz selbst machen mit dem Mini-Implantat zusammen den endgültigen Preis aus. Ein pauschaler Betrag lässt sich daher nicht nennen; am besten fragen Sie den Zahnarzt Ihres Vertrauens oder ein Dentallabor nach einem Preisangebot.

Fazit:

Ältere Menschen haben häufig bereits stark zurückgebildete Kiefer – konventionelle Implantate kommen damit nicht in Betracht. Der Wunsch nach einer festsitzenden Prothese kann jedoch durch Mini-Implantate erfüllt werden. Generell eignen sich die Kleinen für Patienten, die eine gute Kaufunktion bewahren oder wiederherstellen möchten und gleichzeitig hohe Kosten sowie Schmerzen fürchten. Ein Mini-Implantat hält Zahnersatz selbst in kleinen Zahnlücken sicher und fest, sollte aber keineswegs vorschnell eingesetzt werden. Wählen Sie deshalb einen Zahnarzt, der in Implantologie ausgebildet ist und sich schon mit den klassischen Implantaten auskennt. Wer seine Mini-Schraube dazu noch gewissenhaft pflegt, kann lange Freude an seinem festen Biss haben.

Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.