Mit Backpulver putzen – weißere, aber kaputte Zähne

Strahlend, fast schon übernatürlich weiß sollen die Zähne nach dem gängigen Hollywood-Schönheitsideal sein. Da trifft es sich doch gut, wenn man ein günstiges, schnelles und stets verfügbares Mittel zur Aufhellung der Zähne verwenden kann: Backpulver. Doch Vorsicht – verwenden Sie Backpulver als Bleaching für die Zähne nicht, denn das kann sehr schnell gefährlich für die Gesundheit werden. Ich erkläre Ihnen, warum.

Wie funktioniert das Putzen mit Backpulver?

Der Mythos sagt: Dieses Hausmittel kannte die Großmutter bereits. Es hat damals geholfen – warum nicht auch jetzt?
Einfach die Borsten der Zahnbürste in das weiße Pulver tauchen und nicht länger als zwei Minuten die Zähne putzen. Danach gut spülen, weil Backpulver auch einen unangenehmen, sehr bitteren Geschmack im Mund hinterlässt. Alternativ könnte man das Pulver auch in Wasser auflösen und sich mit der Masse die Zähne putzen.

Allgemein gilt übrigens: Nach jedem Bleaching sollte man unbedingt ein Flouridgel benutzen, weil der bearbeitete Zahnschmelz sonst extrem empfindlich reagiert.

Werden die Zähne weißer? Und warum?

Was ist also dran am Mythos der weißen Zähne mit Backpulver? Zunächst stimmt er: Das Backtriebmittel sorgt in der Tat für hellere Zähne. Und das sogar in sehr kurzer Zeit! Der Grund ist die abrasive Wirkung, die das Pulver hat. Man putzt seine Zähne also nicht, sondern schleift sie mit Backpulver regelrecht ab.

Selbstverständlich werden durch die aggressive Wirkung des Backpulvers auch die möglichen Verfärbungen entfernt, die vom natürlichen Alterungsprozesses der Zähne, von Nikotin, Tee, Kaffee oder Rotwein herrühren können. Doch was außerdem dabei verloren geht, ist der Zahnschmelz.
Das im Backpulver enthaltene Natriumhydrogencarbonat (Natron) schleift diesen praktisch ab. In der Tat wirkt es wie Schleifpapier. Das erklärt die aufhellende Wirkung, aber auch, dass die Zähne mit jeder Anwendung rauer werden.

Auch in den meisten Zahnpasten befinden sich feinste Schleifpartikel, um die Zähne gründlich reinigen zu können. Jedoch sind sie so dosiert, dass sie beim regelmäßigen Zähneputzen wirklich nur an der Oberfläche “kratzen”. Wichtiger ist hier schon die richtige Putztechnik: Denn wer zu viel schrubbt, schadet der Zahnoberfläche.

Was passiert bei längerer Anwendung des Hausmittels?

Natürlich besteht bei der Verwendung des Natrons an sich kein körperliches Gesundheitsrisiko, schließlich wird es für Lebensmittel verwendet. Aber putzen Sie regelmäßig – es reicht bereits die monatliche Anwendung – Ihre Zähne mit Backpulver, um ein Bleaching zu Hause zu erreichen, wirkt sich das auf Ihre Zähne sehr nachteilig aus.

Die Zähne werden:

  • schmerzempfindlicher (bei Heißem und Kaltem)
  • aufgerauter
  • undicht

Dazu erzeugt es oft ein brennendes Schmerzgefühl am Zahnfleisch und auf der Zunge.
Je mehr vom Zahnschmelz verloren geht, umso mehr tritt das Dentin hervor: das Zahnbein. Und dieses hat eine gelbliche Farbe.
Wenden Sie das Backpulver also dauerhaft an, werden Sie den gegenteiligen Erfolg erzielen. Die Zähne werden wieder gelb statt strahlend weiß.

Erhöhtes Kariesrisiko durch Backpulver

Durch das Abschmirgeln können auch vorhandene Füllungen optisch stärker hervortreten sowie porös werden, was ebenfalls nicht das gewünschte Ergebnis ist. Im schlimmsten Fall werden Ihre Zähne viel anfälliger für Karies, denn das angegriffene Zahnfleisch zieht sich zurück und legt die empfindlichen Zahnhälse frei. Ein Einfallstor für Bakterien…

Ergebnis: Die als günstige Alternative zum professionellen Zahnbleaching in der Praxis angenommene Technik, die Zähne mit Backpulver im Home Bleaching aufzuhellen, kann für Sie kostspielig werden. Wenn Sie nämlich damit den gesunden Zahnschmelz zerstören und sich Folgeerkrankungen wie Karies einstellen.

Übrigens schadet ebenfalls der oft gepriesene Zitronensaft als Hausmittel zum Bleichen der Zähne. Auch in diesem Fall wird der Zahnschmelz extrem angegriffen und löst sich möglicherweise sogar auf.

Fazit

Ja, Sie bekommen durch das Putzen mit Backpulver wirklich weißere Zähne. Jedoch sollten Sie generell von dieser Methode des Zahnbleachings Abstand nehmen, weil der Erfolg nur von kurzer Dauer ist. Backpulver zerstört recht schnell den Zahnschmelz, Ihren Schutzschild für die Zähne. Sie werden dadurch anfälliger für Schmerzen, für neue Verfärbungen und sogar für Karies.

Wurden all Ihre Fragen im Artikel geklärt? Scheuen Sie sich nicht, uns ganz einfach zu kontaktieren. Schreiben Sie uns gerne eine Mail an: info@padento.de oder rufen Sie uns einfach an unter 05141360010

Ihr Feedback ist uns wichtig!

Hat Ihnen der Artikel gefallen und weitergeholfen? Dann hinterlassen Sie uns einen Kommentar

Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.