Kennen Sie Ihr Patientenrecht beim Zahnersatz?

Patientenrechte beim Zahnersatz

Ausgeliefert? – Die 5 wichtigsten Patientenrechte beim Zahnersatz, GRATIS-Checkliste zum Download

Das Wissen Ihrer Rechte als Patient gibt Ihnen mehr Selbstwertgefühl, stärkt Ihre Verhandlungsposition gegen über dem Zahnarzt und trägt dazu bei, dass Sie sich mit Ihren Entscheidungen für den für Sie passenden Zahnersatz besser fühlen.

Eines vorneweg: dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar.

Wir sind der Auffassung, dass ein Gespräch auf „Augenhöhe“ das Vertrauensverhältnis zwischen dem Patienten und dem Zahnarzt nachhaltig begünstigen kann.

Denn Entscheidungen, die aus einem Ohnmachtsgefühl heraus getroffen werden, haftet das Risiko der „Kaufreue“ und Unzufriedenheit an. Das Ergebnis sind dann Endlosdiskussionen, die sowohl für Patient als auch Zahnarzt zermürbend sein können: in den wenigsten Fällen haben sie etwas mit der Qualität oder dem Preis-Leistungsverhältnis zu tun. Sie sind viel häufiger Ausdrucks eines subjektiv empfundenen Macht-Ungleichgewichts auf Seiten des Patienten.

Mit unserer Gratis-Checklistedie fünf wichtigsten Patientenrechte beim Zahnersatz“ möchten wir daher einen Beitrag zu einem nachhaltigen, positiven Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Zahnarzt leisten. Zusätzlich profitieren dann auch die Dentallabore davon.

Sich mit Ihren Rechten als Patient zu beschäftigen, gibt Ihnen die zusätzliche Sicherheit, die richtige Wahl bezüglich Ihres Zahnersatzes getroffen zu haben…

Zu den Haupt-Gesetzeswerken, die Ihre Rechte als Patient beim Zahnersatz stärken, zählen

  1. Das Patientengesetz (Kassen- & Privatpatienten)
  2. Das Sozialversicherungsgesetzbuch (Kassenpatienten)
  3. GOZ / BEB (Privatpatienten)

Prinzipiell gilt:

  • Überstürzen Sie nichts,
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen
  • Erbitten Sie sich Bedenkzeit
  • Machen Sie von Ihrem Recht auf Zweitmeinung Gebrauch

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Zahnersatz Patientenrecht Nr. 1 – Aufklärung und Planung

Patientenrechtegesetz:

Aus dem Patientenrechtegesetz:

§ 630e Aufklärungspflichten

(1) Der Behandelnde ist verpflichtet, den Patienten über sämtliche für die Einwilligung wesentlichen Umstände aufzuklären. Dazu gehören insbesondere Art, Umfang, Durchführung, zu erwartende Folgen und Risiken der Maßnahme sowie ihre Notwendigkeit, Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussichten im Hinblick auf die Diagnose oder die Therapie. Bei der Aufklärung ist auch auf Alternativen zur Maßnahme hinzuweisen, wenn mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Methoden zu wesentlich unterschiedlichen Belastungen, Risiken oder Heilungschancen führen können.

(2) Die Aufklärung muss

1.
mündlich durch den Behandelnden oder durch eine Person erfolgen, die über die zur Durchführung der Maßnahme notwendige Ausbildung verfügt; ergänzend kann auch auf Unterlagen Bezug genommen werden, die der Patient in Textform erhält,
2.
so rechtzeitig erfolgen, dass der Patient seine Entscheidung über die Einwilligung wohlüberlegt treffen kann,
3.
für den Patienten verständlich sein.

Dem Patienten sind Abschriften von Unterlagen, die er im Zusammenhang mit der Aufklärung oder Einwilligung unterzeichnet hat, auszuhändigen.

(3) Der Aufklärung des Patienten bedarf es nicht, soweit diese ausnahmsweise aufgrund besonderer Umstände entbehrlich ist, insbesondere wenn die Maßnahme unaufschiebbar ist oder der Patient auf die Aufklärung ausdrücklich verzichtet hat.
(4) Ist nach § 630d Absatz 1 Satz 2 die Einwilligung eines hierzu Berechtigten einzuholen, ist dieser nach Maßgabe der Absätze 1 bis 3 aufzuklären.
(5) Im Fall des § 630d Absatz 1 Satz 2 sind die wesentlichen Umstände nach Absatz 1 auch dem Patienten entsprechend seinem Verständnis zu erläutern, soweit dieser aufgrund seines Entwicklungsstandes und seiner Verständnismöglichkeiten in der Lage ist, die Erläuterung aufzunehmen, und soweit dies seinem Wohl nicht zuwiderläuft. Absatz 3 gilt entsprechend.

Zahnersatz Patientenrecht Nr. 2 – Kosten

Sozialgesetzbuch

§ 87 Abs. 1a SGB V heißt es:

„Der Vertragszahnarzt hat vor Beginn der Behandlung einen kostenfreien Heil- und Kostenplan zu erstellen, der den Befund, die Regelversorgung und die tatsächlich geplante Versorgung auch in den Fällen des § 55 Abs. 4 und 5 nach Art, Umfang und Kosten beinhaltet.“

Hier empfiehlt es sich, unbedingt die Genehmigung durch die Krankenkasse abzuwarten.

Zahnersatz Patientenrecht Nr. 3 – Dentallabor

Sozialgesetzbuch

§ 87 Abs. 1a Satz 3,6 SGB V

Im Heil- und Kostenplan sind Angaben zum Herstellungsort des Zahnersatzes zu machen.

Unsere Erfahrung zeigt, dass es mittlerweile auch deutsche Dentallabore gibt, die Zahnersatz aus Drittländern „importieren“.

Wir empfehlen daher jedem Patienten einen Besuch bei einem Dentallabor oder sich eine Liste mit Zahntechnischen Meisterlaboren von uns kostenfrei anzufordern.

 

Zahnersatz Patientenrecht Nr. 4 – Zweitmeinung

§ 27 b SGB V „Zweitmeinungsgesetz“

Vom Gesetzgeber gut gemeint war das „Zweitmeinungsgesetz“.

Aber in Zeiten, in denen tagsüber ein Zahnarzt den anderen begutachten soll, während die beiden Kollegen dann am Wochenende zusammen golfen, hat in den Augen die „Objektivität“ der ärztlichen Gutachter an Wert eingebüßt.

Eine Alternative ist daher, sich bei einem zahntechnischen Meisterlabor Ihrer Wahl über die Vor- und Nachteile des geplanten Zahnersatzes zu informieren – und über mögliche Alternativen. Nutzen Sie das padento-Formular, für eine Empfehlung von erfahrenen, unabhängigen zahntechnischen Meisterlaboren in Ihrer Region.

Zu diagnostischen und medizinischen Aspekten kann und darf sich ein Zahntechniker-Meisterlabor natürlich nicht äußern.

Aber in jedem Fall ist die zahntechnische Versorgung eine Investition, über deren Folgen Sie im Bilde sein sollten.

Zum einen geht es dabei sicherlich um Ihr persönliches Wohlbefinden und ästhetische Aspekte.

  • Aber auch die Pflege des Zahnersatzes ist ein wichtiges Kriterium. Hier die wichtigsten Punkte in der Übersicht:
  • Inwiefern ermöglicht Ihnen Ihr (Arbeits-)Alltag eine entsprechende Pflege?
    Gibt es hygiene-kritische Aspekte, die möglicherweise Mundgeruch oder Bakterienwachstum begünstigen. Bakterienherde können dann wiederum zu Zahnfleischproblemen führen
  • Wenn Sie zu den Patienten zählen, die prinzipiell zur Material-Unverträglichkeiten neigen, sollten Sie unbedingt von Ihrem Recht Gebrauch machen, sich über die Zusammensetzung und Bioverträglichkeit unterschiedlicher Materialien zu informieren.
  • Sie können Ihren Zahnarzt auch fragen, ob er mit dem Dentallabor, für das SIE sich entschieden haben, zusammenarbeitet, um Ihren Zahnersatz herstellen zu lassen.

Zahnersatz Patientenrecht Nr. 5 – Gewährleistung

Sozialgesetzbuch

Nach § 136a Absatz 4  (SGB V) übernimmt der Zahnarzt (…) und die Versorgung mit Zahnersatz eine zweijährige Gewähr. Grundsätzlich impliziert dies nicht nur eine Nachbesserungspflicht, sondern auch ein Nachbesserungsrecht. Diesem hat das Bundessozialgericht allerdings in ständiger Rechtsprechung Grenzen gesetzt.
Grund: Die Rechtsprechung sieht den Behandlungsvertrag über die Versorgung mit Zahnersatz als einen Dienstvertrag im Sinne des § 611 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) an, der – da es sich um Dienstleistungen höherer Art handelt – gemäß § 627 BGB jederzeit gekündigt werden kann. Nachbesserungsrechte sehen die Vorschriften zum Dienstvertrag – im Gegensatz zum Werkvertrag, der zwar bei der technischen Herstellung des Zahnersatzes, nicht aber bei dessen Eingliederung Anwendung findet – nicht vor.

Maßgeblich für die Feststellung eines Nachbesserungsrechts bzw. sich eventuell anschließender Schadensersatzansprüche seitens der Kasse oder des Patienten ist daher die Frage, ob der Zahnarzt ihm nach Vertragsrecht obliegende Pflichten schuldhaft verletzt hat. Hierfür reicht die Tatsache, dass eine im Rahmen der Dienstleitung erbrachte Leistung mit Mängeln behaftet ist, nicht aus. Ein schuldhaft vertragswidriges Verhalten des Zahnarztes ist erst dann gegeben, wenn dessen Arbeitsergebnis vollständig unbrauchbar und eine Nachbesserung nicht möglich oder dem Versicherten nicht zumutbar ist (z. B. mehrfache erfolglose Nachbesserungsversuche).

Wenn also der Zahnersatz – insbesondere nach den Feststellungen des Gutachtens – nicht nachgebessert werden kann, sondern neu anzufertigen wäre, darf der Patient grundsätzlich den Behandlungsvertrag kündigen und eine Weiterbehandlung verweigern!
Fazit: Der Zahnarzt hat allein ein Recht auf Nachbesserung des Zahnersatzes; ein Recht auf Neuanfertigung gegen den Willen des Patienten steht dem Zahnarzt nicht zu.

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Zusammenfassung:

Ihre Rechte als Patient beim Zahnersatz zu kennen, BEVOR Sie sich für eine der vielen Möglichkeiten entscheiden, stärkt nicht nur Ihre Position gegenüber dem Zahnarzt. Es hilft Ihnen zusätzlich, sich für die Versorgung zu entscheiden, die am besten zu Ihren individuellen ästhetischen Ansprüchen und gesundheitlichen Bedürfnissen sowie Ihrem Budget passt.

 

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Foto: Fotolia #37537672 | Urheber: Matthias Stolt

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Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.

  • Pingback: Was tun, wenn der Zahnersatz nicht richtig passt? - Padento()

  • Steffi Biermann

    Solche Zähne bekommt man bei Padento. Die hat das Zahnlabor Brauer und Friese aus Halle Saale , Hermannstr. 1 angefertigt. Ohne Absprache hat der Friese mir Kassenzähne mit der Zahnfarbe A4 gemacht.Die Begründung war, ich wäre mit 53 Jahren zu alt und ich solle mich mal im Spiegel ansehen wie ich aussehe und alte Frauen wollen immer weiße Zähne haben. Der hat mich beschimpft und diskriminiert wegen meines Äußeren. Mit dem Zahnarzt hatte ich A3 ausgemacht. So steht es auch auf der Rechnung. Als der Zahnarzt die Zähne einsetzte, sagte ich die bleiben aber nicht drin. Da nahm der Friese die prov. Zähne und verschwand ganz schnell. Der Zahnarzt musste mir die Behandlungskosten zurück zahlen.

    • Frau Biermann

      Ich bitte Sie, Ihre unsachlichen Kommentare endlich zu unterlassen, Auf Facebook wurden Sie schon von mir und anderen gesperrt, weil Sie einfach Unwahrheiten verbreiten. Vom Zahnarzt und vom Dentallabor wurde es genauso gemacht, wie Sie es wollten, obwohl beide Sie gewarnt haben. Sie haben drauf bestanden. Und nun beschweren Sie sich überall, dass es so geworden ist, wie SIE es wollten. Ich kenn Ihre „Akte“ mittlerweile sehr gut. Bitte unterlassen Sie ihre Unwahrheiten. Immer der gleiche Text rein kopiert in alles sozialen Netzwerke und jetzt hier auf unserer Plattform. Ich könnte es löschen. Mache ich aber nicht, damit alle erfahren, was für einen Unfug Sie mit Ihrem Paste and Copy Text verbreiten.

      Ich wünsche Ihnen ein schönes Leben. Geben Sie endlich Ruhe. Danke.

    • Des Weiteren mane ich Sie hiermit ab, das mit Padento in Beziehung zu bringen Ihr „Fall“ war weit vor dem Padento Kontakt. Sehe ich nich einmal Ihren Paste and Copy Text in Verbindung mit unserem guten Namen, hören Sie von unserem Anwalt.