Warum eine Zahnzusatz-Versicherung wirklich Sinn macht

Warum eine Zahnzusatz-Versicherung wirklich Sinn macht

Selbst der regelmäßige Gang zum Zahnarzt sowie eine gute Mundhygiene schützen nicht automatisch vor Schäden an Zähnen und Zahnfleisch. Ein gesundes und schönes Gebiss bis ins hohe Alter zu erhalten, ist jedoch für viele Menschen ein finanzielles Problem. Grund: Die Kosten einer optimalen Versorgung muss ein Kassenpatient zu einem großen Teil aus eigener Tasche bezahlen.

Eine private Zahnzusatz-Versicherung kann die Lücken der gesetzlichen Krankenversicherung schließen und im Fall einer Behandlung viel Geld sparen. Doch jeder Mensch hat einen anderen Zahnbefund und dazu andere Ansprüche an Durchführung und Ergebnis. In den über 300 angebotenen Tarifen die richtigen Angebote zu finden, braucht vor allem Zeit. Vergleichen Sie dabei genau – die Mühe lohnt sich!

Hier gibt es eine unabhängige Auskunftsstelle

Was leisten die gesetzlichen Krankenkassen?

Die Leistungen für Zahnmedizin werden pauschal erstattet. Grundlage dafür sind vordefinierte Befunde. Das bedeutet, die Krankenkasse übernimmt zumeist nur einen Teil der anfallenden Kosten. Lediglich das Entfernen von Karies, das Zahnziehen oder die Zahnsteinentfernung einmal im Jahr sind umfassende Kassenleistungen. Ein Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung wird von den meisten Kassen gewährt. Bei einer Parodontitis (Parodontose) zahlt die Kasse erst, wenn die Krankheit schon fortgeschritten ist. Eine Behandlung des Wurzelkanals wird je nach Erfolgsaussicht ganz oder teilweise übernommen.

Für Zahnersatz erstatten die Kassen nur die Hälfte der Gesamtkosten einer Standardtherapie.

Diese wird auch als Regelversorgung bezeichnet und entspricht den Kosten für die einfachste Form der nötigen Krone, Brücke oder Prothese. Bei einer Zahnfüllung gilt der Festzuschuss von 50 Prozent ausschließlich für Zahnfüllungen aus Amalgam, da diese als medizinisch ausreichend eingestuft sind. Implantate werden generell, bis auf wenige Ausnahmen, gar nicht bezuschusst. Sind kieferorthopädische Maßnahmen nötig, bekommen Erwachsenen nur bei schweren Kieferfehlbildungen eine Kostenerstattung.

Wann ist der Abschluss einer Zahnzusatz-Versicherung sinnvoll?

Eine private Zahnzusatz-Versicherung schon in jungen Jahren anzuschließen, ist sinnvoll. Das hat mehrere Gründe: Die Beiträge sind günstiger als im höheren Alter, da der Zustand der Zähne meist besser ist als im Alter. Das Risiko Zahnersatz wird oft nur so lange versichert, wie noch keine Leistung erbracht werden muss. Schon fehlende Zähne sind nur dann zu versichern, wenn die erforderlichen Maßnahmen noch nicht aktenkundig angeraten sind. Rät der Zahnarzt also zunächst mündlich zu einer baldigen Behandlung, sollte ernsthaft über den Abschluss einer Zahnversicherung nachgedacht werden.

Generell gilt: Je eher Sie die Zahnzusatz-Versicherung abschließen, desto niedriger ist der Beitrag. Spätestens in der mittleren Lebensphase sollten Sie über die zusätzliche Vorsorge nachdenken, da die Prämien im höheren Alter deutlich steigen und manche Unternehmen ein Höchsteintrittsalter angeben. Als älterer Interessent sollten Sie auch nicht nur nach reinen Seniorentarifen suchen, da diese oft nur abgespeckte Standardtarife darstellen. Achten Sie jetzt besonders auf die Gesundheitsfragen, um zu hohe Prämien zu vermeiden.

Was ist bei einer Zahnzusatz-Versicherung zu beachten?

Wird vor dem Abschluss nach einer laufenden oder geplanten Behandlung gefragt, benötigen Sie ein zahnärztliches Zeugnis; hierin führt der Zahnarzt den genauen Zahnbefund auf. Auf dieser Grundlage entscheiden viele Versicherer über die Annahme des Antragstellers. Wer seinen Zahnstatus nicht offen legen will, kann auf eine Versicherung ohne Gesundheitsprüfung ausweichen – auf diese Weise riskiert man zumindest keine Ablehnung.

Zahnprobleme oder angeratene Behandlungen auf Nachfrage nicht zu erwähnen, ist keine gute Idee. Deckt die Versicherungen das auf, muss sie nicht leisten. Wird der Vertrag angefochten, müssen schon erhaltene Gelder zurück überwiesen werden. Häufig werden Leistungen durch die Versicherer in den ersten Jahren eingeschränkt; nach Vertragsschluss erhält ein Versicherter die ersten Zahlungen frühestens nach acht Monaten.

Tarifdschungel: Welche Versicherung ist die Richtige für mich?

Die Antwort darauf kann niemand allgemeingültig geben. Zu verschieden sind die Bedürfnisse sowie die individuelle Zahngesundheit, die jeder mitbringt. Vergleichen Sie daher nicht nur die monatlichen Prämien, sondern auch die wirkliche Leistung im Schadensfall. Auch wenn auf den ersten Blick lediglich eine Zusatzversicherung für Zahnersatz sinnvoll erscheint, sollten weitere Leistungen unbedingt überlegt werden. Gerade Menschen, die bisher von Problemen mit den Zähnen verschont sind, könnten eher einen Tarif für die Prophylaxe wählen.

Folgende tarifliche Leistungen bieten viele Zahnzusatz-Versicherungen an:

Prophylaxe: Dazu gehört zum Beispiel die professionelle Zahnreinigung. Sie bewahrt vor Zahnschäden und hält gleichzeitig zum regelmäßigen Zahnarztbesuch an.
Füllungen, Inlays: Die Mehrkosten für hochwertige Kunststofffüllungen zahlt die Gesetzliche nur bei nachgewiesener Allergie gegen Amalgam. Diese Zusatzkosten oder ein Inlay müssen Sie in der Regel alleine zahlen.
Zahnersatz: Für Kronen, Brücken, Prothesen oder Implantate kommen schnell hohe Summen zusammen. Wer eine gleichartige oder andersartige Versorgung wünscht, muss als gesetzlich Versicherter draufzahlen. Bei einem Implantat handelt es sich oft um mehrere Hundert bis zu Tausenden von Euro.
Parodontitis: Behandlungen bezahlt die Kasse erst, wenn die Zahnfleischtasche tiefer als 3,5 mm ist – nach Expertenmeinung viel zu spät. Hier greift eine zusätzliche Versicherung.
Kieferorthopädie: Gesetzliche Kassen leisten nur für Kinder und Jugendliche ab einer bestimmten Indikationsklasse. Doch auch Erwachsene leiden unter schiefen Zähnen.

Übrigens: Nur die Mitglieder gesetzlicher Kassen können eine private Zahnzusatz-Versicherung abschließen. Diese beteiligt sich an den Kosten, die von der Krankenkasse nicht übernommen wird. Da es je nach Tarif andere Obergrenzen gibt, werden Ihnen am Ende insgesamt etwa 80 bis 100 Prozent der gesamten Kosten erstattet. Auszahlungen über 100 Prozent sind nicht möglich; ein Gewinn kann damit nicht erzielt werden.

Fazit:

Wer für seine Zähne mehr will als nur einfachsten Standard, sollte rechtzeitig vorsorgen. Mit einem höheren Lebensalter wächst die Wahrscheinlichkeit, irgendwann einmal kostenintensiven Zahnersatz zu benötigen. Doch lebenslange Zahngesundheit kann für jeden teuer werden: Selbst wer ein Bonusheft führt, muss bei einer Zahnbehandlung zwischen 35 und 50 Prozent privat drauflegen. Eine Zahnzusatz-Versicherung schützt in vielen Fällen vor plötzlich anfallenden hohen Kosten. Nehmen Sie sich Zeit und prüfen Sie immer genau, ob und wann Ihnen die Versicherung einen Nutzen bringt.

Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.

  • Marco

    Ein ganz wichtiger Aspekt für die Auswahl der Zahnzusatzversicherung ist auch die Entwicklung der Beiträge in der Zukunft. Meistens betrachtet man nur den augenblicklichen Beitrag und der ist in jungen Jahren sehr gering. Bei Tarifen mit Altersrückstellungen ist eine gewisse Beitragsstabilität gewährleistet. Inzwischen gibt es aber fast nur noch Tarife ohne Altersrückstellungen und bei diesen Tarifen sollte man sich die Beitragstabelle genau betrachten, damit man sich seine Zahnusatzversicherung auch noch im Alter leisten kann.
    https://www.ihre-zahnzusatzversicherung.de/