Was Sie gegen das Schnarchen tun können

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Was Sie gegen das Schnarchen tun können
Schnarchen stört den eigenen Schlaf und den des Partners. Die knatternden Geräusche können eine Dezibelzahl von Straßenlärm erreichen und gefährliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Zum Glück gibt es viele Hilfen gegen die meist nächtliche Ruhestörung. Welche Maßnahme im Einzelfall hilft, muss jeder selbst herausfinden. Eine Operation sollte dabei immer der letzte Ausweg sein.

Männer schnarchen häufiger als Frauen; mit zunehmendem Alter sägt mehr als jeder zweite Mann. In Urzeiten wurden mit diesen Lauten Feinde und wilde Tiere ferngehalten – vielleicht sind Frauen deshalb heute noch besonders nachsichtig. Viele wecken den Störenfried nur, wenn es gar nicht anders geht. Frauen bleiben meist bis zur Menopause verschont, danach verringern sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Was sind die Ursachen für Schnarchen?

Bei manchen Menschen senken sich die weichen Gaumenbögen und das Zäpfchen in Richtung Zunge. Bei anderen Schnarchern versperrt die Zunge die Atemwege, wenn sie in Rückenlage nach hinten fällt. Schnupfen, Polypen oder eine Allergie erschweren das Atmen, hierbei entsteht zwangsläufig noch eine Mundatmung. Auch ein verkürzter Unterkiefer, eine anlagebedingt große Zunge oder Fettansammlungen durch Übergewicht verengen den Rachenbereich.

Die Atemluft streicht schneller durch die entstandene Engstelle als normal. Der dadurch vibrierende Gaumenbereich, an dem das Zäpfchen hängt (Gaumensegel), erzeugt dann die typischen Schnarchlaute. Generell entspannen sich beim Schlafen die Muskeln, die ansonsten die Atemwege offen halten. Der Rachenraum ist also beim Schlafen schon von Natur aus etwas enger als wenn wir wach sind. Mit zunehmendem Alter steigt das Schnarchrisiko zusätzlich, da dann alle Muskeln, auch die des Halses, erschlaffen.

Warum Schnarchen gefährlich sein kann:

Schlafapnoe als unterschätztes Krankheitsrisiko
Einfaches Schnarchen ist keine Gefahr für die Gesundheit, weil die Luft problemlos in die Lunge gelangt. Unregelmäßiges Schnarchen kann dagegen auf ernsthafte Atmungsstörungen hinweisen. Durch den zu geringen Luftstrom entsteht ein zeitweiliger Mangel an Sauerstoff in den Blutgefäßen. Starke Schnarcher sind daher anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Frauen schnarchen zwar leiser als Männer, können jedoch trotzdem unter einer Schlafapnoe leiden, die behandelt werden muss. Sogar Sportler sind betroffen: Laut Experten haben etwa 40 Prozent der Bodybuilder ein Schlafapnoesyndrom. Der starke Nacken verengt die Atemwege, daher darf die Muskulatur dort nur maßvoll trainiert werden.

Zehn Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen leiden unter einer Schlafapnoe, einem Atemstillstand im Schlaf: Atempausen wechseln sich ab mit heftigem Luftschnappen. Die Atemstillstände können bis zu einer halben Minute dauern; die Schlafqualität leidet erheblich darunter. Hinweise darauf sind klassische Symptome wie Tagesmüdigkeit, Nervosität, Abgeschlagenheit und Störungen der Konzentration. Daneben tritt auch vermehrt nächtliches Schwitzen, nächtliches Sodbrennen oder ein trockener Mund auf. Die richtige Diagnose kann ein Schlaflabor stellen.

7 Tipps zur Vermeidung von Schnarchen

Zu viel Druck durch Körperfett, ein Anschwellen oder Zusammenklappen der Atemwege: Eine Verengung des Rachenbereichs und damit ein Zuwenig an Luft hat verschiedene Gründe. Mehr als 70 Prozent der Menschen mit einem nächtlichen Atemstillstand haben Übergewicht. Alkohol setzt die Muskelspannung ebenso herab wie Beruhigungsmittel – das Gewebe im Rachenraum erschlafft. Allergien, chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder eine Verkrümmung der Nasenscheidewand sollten gewissenhaft behandelt werden.

Um lästiges Schnarchen zu verhindern, probieren Sie zuerst einfache Verhaltensweisen:

  1. Nasenatmung frei halten
  2. Kleine Mahlzeiten am Abend
  3. Körpergewicht kontrollieren
  4. Abends weniger trinken
  5. Verzicht auf Alkohol
  6. Verzicht auf Schlaf- und Beruhigungsmittel
  7. Nicht rauchen

Von Schienen bis OP – Hilfestellung für Schnarcher

Bringen diese Verhaltensregeln kein ausreichendes Ergebnis, können Ärzte, Zahnärzte und Apotheken verschiedene Hilfsmittel anbieten:

Protrusionsschienen

Ist der Unterkiefer zu weit nach hinten geschoben, werden die Luftwege verengt. Mithilfe von Protrusionsschienen (Apnoeschienen) soll der Unterkiefer während des Schlafs nach vorne verlagert werden, um den hinteren Rachenbereich frei zu halten. Die Zunge und alle anhängenden Gewebe werden damit gleichzeitig vorgelagert. Das bewirkt außerdem eine vorteilhafte Muskelspannung. Der hintere Zungenraum wird so um bis zu 30 Prozent erweitert und die Atemwege werden durchgängiger. Die Schienen sind ähnlich wie eine Zahnspange konstruiert und werden durch ein Dentallabor angefertigt.

Überdruckbeatmung

Betroffene mit einer Schlafapnoe werden nachts über eine extra angepasste Nasenmaske beatmet. Der Überdruck hält dabei die Atemwege offen. Vorher wird das gut verträgliche Verfahren im Schlaflabor getestet und das Gerät entsprechend eingestellt. Die Nasenmaske kann die Erkrankung allerdings nicht heilen und muss beim Schlafen immer getragen werden.

Operation

Eine OP sollte der letzte Ausweg sein, denn es kann zu Verletzungen und Narbenbildung im Rachenbereich kommen. Vergrößerte Polypen oder Mandeln, eine krumme Nasenscheidewand oder Missbildungen des Kiefers und des weichen Gaumens können operiert werden. Bei Übergewichtigen kann Fettgewebe im Rachenbereich sowie ein Teil der weichen Gaumenmuskulatur, des Zäpfchens und des Zungengrundes entfernt werden.

Schnarchbandagen, Nasenpflaster oder -klammern

Ein elastischer Gurt fixiert den Unterkiefer, damit er nachts nicht herunterklappen kann. Die Bandagen sind für Menschen gedacht, die mit offenem Mund schnarchen. Nasenpflaster aus der Apotheke weiten die Nasenflügel und erleichtern dadurch das Atmen. Diese Art von Hilfsmitteln bringt freilich nur einen zweifelhaften Erfolg.

Rückenlage vermeiden

In der Rückenlage kann die Zunge nach hinten fallen. Um das zu verhindern, gibt es entsprechende Polster wie zum Beispiel Seitenschläferkissen. In ein T-Shirt eingenähte Rollen sollen eine Drehung auf den Rücken verhindern. Hohe Kopfkissen sind ungünstig, da das Kinn dadurch in Richtung Brust gezogen wird.

Medikamente

Dauerhaft wirksame Medikamente gegen das Schnarchen gibt es nicht. Die Begleiterkrankungen oder eine bleibende Schläfrigkeit sollten selbstverständlich fachgerecht behandelt werden.

Fazit:

Schnarchen belastet nicht nur ein friedliches Zusammenleben – Schnarchen kann krank machen. Nehmen Sie Hinweise Ihrer Angehörigen deshalb unbedingt ernst, um schlimmeren gesundheitlichen Auswirkungen vorzubeugen. Treten keine Atemaussetzer auf, birgt das Schnarchen allerdings kein gesundheitliches Risiko und muss nicht zwingend behandelt werden.

Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.