Was tun, wenn die Zahnprothese wackelt?

Was tun, wenn die Zahnprothese wackelt
Was tun, wenn die Zahnprothese wackelt?

Was tun, wenn die Zahnprothese wackelt?

Wenn die Zahnprothese wackelt – Ursachen & Lösungen

Zahnprothesen müssen fest sitzen, um ungehindert sprechen, trinken und kauen zu können. Wenn die Zahnprothese wackelt, kann das Leben schnell beeinträchtigt sein. Welche Ursachen infrage kommen und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Prothesen sollen das Leben erleichtern, aber keinesfalls erschweren. Wackelt oder scheuert die Zahnprothese, sinkt auch die Lebensqualität. Essen und Sprechen sind mit einer lockeren Zahnprothese nur eingeschränkt möglich. Häufig kann ein Abbau des Kieferknochens für den ungenügenden Halt des Zahnersatzes verantwortlich sein. Nicht selten bilden sich schmerzhafte Druckstellen, die sich langfristig entzünden können. Neben einer Unterfütterung der Prothese können Zahnimplantate eine Lösung sein, damit die Zahnprothese nicht mehr wackelt.

Prothesen müssen mit dem Kieferknochen verschmelzen

Wenn Prothesen nicht mehr richtig sitzen, werden sie gewöhnlich mit Haftcreme befestigt. Dass die klebrige Masse allerdings keinen langfristigen Erfolg verspricht, wissen die wenigsten Patienten. Wenn die Zahnprothese wackelt, scheuen die meisten Menschen den Gang zum Zahnarzt. Lieber verbergen sie das Problem, jedoch können lockere Prothesen auf Dauer für schmerzhafte Druckstellen verantwortlich sein. Ist die Mundschleimhaut erst einmal entzündet, wird das Tragen einer Zahnprothese zur Qual.

Dabei sollten Prothesen auch ohne Haftcreme halten. Schließlich müssen sie die fehlenden Zähne vollständig ersetzen. Ein perfekter Halt ist jedoch nur garantiert, wenn die Zahnprothese passgenau angefertigt wird. Prothesen müssen zwar auf dem Kieferknochen aufliegen, jedoch dürfen sie keinesfalls scheuern. Hier ist die Arbeit des Zahnarztes und Zahntechnikers gefragt, die die Abformungen, Anpassungen und die Herstellung des Zahnersatzes übernehmen.

Werden Zahnprothesen richtig angefertigt, scheinen sie mit der Schleimhaut des Kieferknochens zu verschmelzen. In der Regel sind fünf Einzelschritte notwendig, ehe der Patient sich über eine neue Zahnprothese freuen kann.

Hierzu gehören:

  • Befunderhebung & Erstabformung des Kiefers
  • Funktionsabdruck & Bestimmung der Zähne & Zahnfarbe
  • Einprobe & Kontrolle
  • Eingliederung & Begutachtung von Druckstellen
  • Nachsorge

Bei der Anfertigung einer Zahnprothese sollten der Zahnarzt und der Zahntechniker darauf achten, dass die Prothesenränder optimal geformt sind. Sind sie zu hoch, besteht die Gefahr, dass sie Druckstellen verursachen. Sind sie zu niedrig, könnte der Zahnersatz wackeln.

Prothesen müssen richtig sitzen – auch ohne Haftcreme

Sind die anatomischen Strukturen des Kieferknochens und die Prothesenränder korrekt ausgearbeitet, haftet der Zahnersatz selbstständig. Doch wie funktioniert das eigentlich genau?

Beim Einsetzen der Zahnprothese entsteht zwischen der Schleimhaut und der Prothesenbasis ein Unterdruck, der durch die Muskulatur und den Speichel verstärkt wird. Je mehr Speichel vorhanden ist, desto besser haftet die Zahnprothese. Allerdings kann es mehrere Wochen dauern, bis Patienten sich an die künstlichen Zähne gewöhnen. Im Laufe der Zeit lernen sie, Wangen und Zunge richtig einzusetzen, um der Zahnprothese den nötigen Halt zu geben.

Die Prothese sitzt nicht: Ursachen

Wenn die Prothese wackelt, können viele Faktoren für einen schlechten Sitz verantwortlich sein. Sehen Sie selbst, welche Ursachen infrage kommen.

1. Abbau des KieferknochensSobald die natürlichen Zähne verloren gehen, sollte der Kiefer mit einem geeigneten Zahnersatz versorgt werden. Andernfalls können das Zahnfleisch und der Kieferknochen sich zurückbilden, weil die anatomischen Strukturen nicht mehr belastet werden. Im hohen Alter ist der Knochenschwund ein natürlicher Alterungsprozess, der sich leider nicht aufhalten lässt. Zwischen der Zahnprothese und der Schleimhaut entsteht dann häufig ein Hohlraum, der für den schlechten Sitz des Zahnersatzes verantwortlich ist.

Sobald die Zahnprothese wackelt, fallen das Sprechen und das Essen gleichermaßen schwer. Obendrein können Druckstellen entstehen, weil die Zahnprothese ungleichmäßig aufliegt. Deshalb scheuen viele Patienten sich davor, harte Nahrungsmittel zu essen. Zu groß ist die Angst, die Zahnprothese zu verlieren. Folglich werden Prothesen nur noch selten getragen, weshalb der Kiefer kaum noch belastet wird und der Knochenabbau fortschreitet.

2. Schlechte Arbeit des ZahnarztesNicht immer sind die schwindenden anatomischen Strukturen des Kiefers für einen schlechten Sitz der Zahnprothese verantwortlich. Auch können die Abformungen und Anpassungen des Zahnarztes fehlerhaft gewesen sein.

3. Schlechte Arbeit des DentallaborsAuch ist an eine ungenaue Arbeit des Dentallabors zu denken. Vielfach stimmen der Abdruck und die fertige Zahnprothese nicht überein, sodass die Zahnprothese den Halt verliert.

Was tun, wenn die Prothese wackelt?

Sobald die Zahnprothese zu wackeln beginnt, sollten Sie Ihren Zahnarzt kontaktieren, um das Problem zu beheben. Glücklicherweise gibt es mehrere Möglichkeiten, um eine Zahnprothese anzupassen.

1. Unterfütterung des ZahnersatzesSobald zwischen der Prothesenbasis und der Schleimhaut ein Hohlraum entsteht, wackelt die Zahnprothese. Dieser Hohlraum muss mit Kunststoff ausgefüllt werden, damit die Zahnprothese wieder richtig sitzt. Dieser Vorgang wird auch als Unterfütterung bezeichnet.

2. Haftcremes & HaftpulverEine weitere Lösung können Haftcremes und Haftpulver sein, um den Halt der Zahnprothese zu verbessern. Ältere Menschen greifen gerne darauf zurück, weil der Speichelfluss nachlässt. Somit ist der natürliche Halt des Zahnersatzes nicht mehr gegeben. Haftcremes sind allerdings keine Dauerlösung, weil sich unter der Zahnprothese Bakterien bilden können. In diesem Fall kann es ebenfalls sinnvoll sein, die Zahnprothese zu unterfüttern, um den Saugeffekt zu verstärken. Mitunter kann sogar eine neue Zahnprothese angezeigt sein. Lassen Sie sich in Ihrer Zahnarztpraxis über die Zahnersatz Kosten aufklären.

3. Zahnimplantate für einen besseren Halt der ZahnprotheseImplantate können gerade in einem zahnlosen Kiefer sinnvoll sein, um Prothesen einen festen Halt zu bieten. Dies ist vor allem dann notwendig, wenn der Abbau des Kieferknochens schon sehr weit fortgeschritten ist. Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen eingesetzt werden. Sie garantieren einen festen Halt der Zahnprothese, weshalb Patienten wieder ungehindert sprechen und essen können. Da der Einsatz von Implantaten sehr aufwendig ist, sind die Zahnersatz Kosten auch deutlich höher als bei einer herkömmlichen Prothese. Leider werden Implantate von den Krankenkassen nicht übernommen, weshalb Patienten die Leistung alleine tragen müssen.

Fazit

Wenn die Zahnprothese wackelt, sollten Patienten ihren Zahnarzt aufsuchen, um unangenehme Druckstellen, die sich schnell entzünden können, zu vermeiden. Häufig reicht es aus, die Zahnprothese an einigen Stellen zu unterfüttern, um die natürliche Saugwirkung des Zahnersatzes zu verbessern. Wesentlich effizienter sind Implantate, die im Kieferknochen fest verankert werden. Ein Verrutschen der Zahnprothese ist somit nicht mehr möglich.

Foto: Fotolia: #118755221 | Urheber: andriano_cz

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Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.

  • Manuela Schmitz

    Meine prothese wackelt von Anfang an habe dann den Zahnarzt gewechselt der hat die Unterfüttert wackelt immer noch saugt sich am Kiefer nicht fest da sagte der Zahnarzt nur das der erste Zahnarzt da wohl mist gemacht hat.

    • Rainer Ehrich

      Dem ist nichts hinzuzufügen 🙂 Alles Gute für Sie!