Wieviel zahlen die Krankenkassen bei Zahnersatz?

Datei: #134394166 | Urheber: Tatjana Balzer
Wie viel zahlen die Krankenkassen bei Zahnersatz?
Zahnersatz – dieses Thema betrifft wohl jeden Menschen früher oder später. Ob Kronen, Brücken oder Prothesen: Sind Sie gesetzlich versichert und benötigen Zahnersatz, bezahlt die Krankenkasse lediglich einen Teil des Geldes. Dieser pauschale Betrag der Krankenkasse richtet sich danach, welchen Zahnersatz der Katalog der Kasse für Ihre Zahnlücke vorsieht. Der „Festzuschuss“ deckt allerdings nur einen Teil der tatsächlichen Kosten ab. Wer die Regeln der Berechnung kennt, kann im Ernstfall viel Geld sparen. Wenn Sie sich rechtzeitig Informieren und entsprechend vorsorgen, können Sie Ihren Anteil an den Zahnersatzkosten senken.

Was genau ist der Festzuschuss?

Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich per Gesetz zur Hälfte an den Gesamtkosten einer Standardtherapie. Diese Standardtherapie wird auch als Regelversorgung bezeichnet. Sie stellt die günstigste Form dar, mit der eine Zahnlücke geschlossen wird. Besteht zum Beispiel eine Zahnlücke im seitlichen Bereich des Mundes, ist die Regelversorgung eine Zahnbrücke aus einer Legierung, die aus Metall besteht (ohne Goldanteil). Für diese Brücke beträgt der Festzuschuss momentan 350 Euro – etwa 50 Prozent der Kosten. Dafür bekommen Sie eine nach außen hin zahnfarben verblendete Brücke eingegliedert. Eine Variante, die ästhetischer aussieht, heißt gleichartiger oder andersartiger Zahnersatz. Dafür verändert sich der Festzuschuss trotzdem nicht: Sie müssen die höheren Kosten aus eigener Tasche bezahlen.

Was bedeutet Regelversorgung?

Grundsätzlich hängt die Versorgung vom Befund des einzelnen Patienten ab. Welche Zähne fehlen? Wie viele Zähne fehlen? Wie behandlungsbedürftig sind die Zahnlücken? In welchem Zustand befindet sich das Gebiss insgesamt? Für diese Befunde wurden die jeweiligen Behandlungen festgelegt: In einem Katalog befinden sich rund 50 einzelne Befunde, für jeden gibt es einen passenden Zahnersatz. Diese Regelversorgungen stellen die medizinisch notwendigen Leistungen von Zahnarzt und Zahntechniker dar – dafür wird dann der befundabhängige Festzuschuss gezahlt. Die Höhe der Beträge wird von den Krankenkassen und Vertretern der Zahnärzte gemeinsam festgelegt. Die Anpassung der Regelversorgung geschieht jährlich.

Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an folgender Versorgung:

  • festsitzender Zahnersatz (Kronen und Brücken)
  • herausnehmbarer Zahnersatz (Teil- und Vollprothesen)
  • kombinierter Zahnersatz (mit speziellen Elementen verbundener fester und herausnehmbarer Zahnersatz)
  • Suprakonstruktion (Zahnersatz wie Kronen und Brücken auf einem Implantat)
  • Bessere Versorgung: Wer übernimmt die Mehrkosten?
  • An diesen Standard ist der Patient freilich nicht gebunden – jeder kann seinen Zahnersatz frei auswählen. Das bedeutet, dass Sie Ihren Festzuschuss für jede durch die Wissenschaft anerkannte Behandlung einsetzen können. Eine „gleichartige Versorgung“ meint Zahnersatz aus Material mit einer Verarbeitung, die wertvoller ist. Im obigen Fall heißt das, Sie erhalten Ihre nur teilweise verblendete Zahnbrücke nach Wunsch rundum verblendet oder ganz aus Keramik gefertigt.

Schließlich ist noch eine „andersartige Versorgung“ möglich. Auch für ein Implantat erhalten Sie lediglich den Festzuschuss von 350 Euro der Regelversorgung, um bei unserem Beispiel zu bleiben. Der Zuschuss wird also nur für den Aufbau des Implantats (zum Beispiel eine Krone) geleistet, nicht für das Implantat selbst. Die Erstattung entspricht damit dem Zuschuss einer Zahnbrücke.

Wie kann man bei Zahnersatz sparen?

Der grundlegende Festzuschuss von 50 Prozent deckt bei einigen Materialien deutlich weniger als die Hälfte der Kosten ab. So können Sie sparen:

Bonus
Um den Festzuschuss zu erhöhen, müssen Sie nur einmal im Jahr eine Kontrolle bei einem Zahnarzt durchführen lassen. Diese Untersuchung lassen Sie in Ihr Bonusheft eintragen und abstempeln. Ab dem sechsten Jahr erhöht sich der Zuschuss hierdurch auf 60 Prozent, ab dem elften Jahr auf immerhin 65 Prozent. Ein versäumtes Jahr kann nicht nachgeholt werden: Hier gilt es, wieder bei Null anzufangen.

Heil- und Kostenplan (HKP)
Der gebührenfreie HKP dokumentiert die geplante Behandlung, die erwarteten Gesamtkosten sowie den Eigenanteil des Patienten. Damit bildet er die Grundlage für die Entscheidung der Krankenkassen über die Höhe des Zuschusses.

Härtefallregelung
In manchen Fällen erstatten die Kassen die Kosten der Regelversorgung zu 100 Prozent. Geringverdiener sollten vor einer notwendigen Behandlung bei ihrer Krankenkasse nachfragen: Vielleicht fallen sie unter die Härtefallregelung. Eventuell ist eine gleitende Härtefallregelung anwendbar.

Zweitmeinung
Das Einholen einer Zweitmeinung geht über den direkten Gang zu einem anderen Zahnarzt, über Angebote der Kassen oder spezielle Portale im Internet. Sie können natürlich auch direkt bei einem Dentallabor Ihrer Wahl nachfragen.

Versicherungen für Zahnersatz
Private Versicherungen beteiligen sich an den Kosten, welche die Krankenkassen nicht übernehmen. Weil es Obergrenzen gibt, bekommen Sie nicht die volle Höhe der gesamten Kosten erstattet – bis zu 90 Prozent sind es immerhin.

Wie hoch ist die Zahnarztrechnung?

Sie lassen sich Zahnersatz im Sinne der Regelversorgung einsetzen? Dann ist das Honorar des Zahnarztes durch die Krankenkasse festgelegt. Soll Ihre Versorgung mehr kosten, schreibt die Kasse die zahnärztliche Gebühr für die zusätzlichen Leistungen nicht mehr vor. Die Abrechnung erfolgt hierbei nach der GOZ (privatzahnärztliche Gebührenordnung): Die Höhe der Kosten richtet sich danach, wie schwierig die Behandlung ist. Meistens rechnet ein Zahnarzt nach 2,3-fachem Gebührensatz ab – das entspricht einem mittleren Schwierigkeitsgrad. Bei schwierigen Behandlungen ist leicht der 3,5-fache Satz möglich; nach schriftlicher Vereinbarung zwischen Zahnarzt und Patient sogar noch mehr.

Fazit

Die Kosten für Zahnersatz sind hoch, die Entscheidung fällt oft schwer. Nur die Preise zu vergleichen, greift hier aber zu kurz, denn Zahnersatz verbleibt viele Jahre lang in Ihrem Körper. Kronen, Brücken und Prothesen sollten drei Ansprüche erfüllen: gute Funktion, gute Verträglichkeit, gute Optik. Bares Geld wert ist bei der Finanzierung der „Neuen“ das Bonusheft. Es spart Kosten und sorgt gleichzeitig für regelmäßige Zahnkontrollen bei Ihrem Zahnarzt – ganz im Sinne von Zahngesundheit und Kontostand. Sehr sinnvoll ist die direkte Beratung durch ein Dentallabor. Dabei bekommen Sie den besten Einblick hinter die Kulissen hinsichtlich Service, Herstellung und verwendeter Materialien.

Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.