Zahnersatz und Zahngesundheit – die Antworten auf 5 Fragen

Zahnersatz Vergleich Übersicht verschiedener Materialien und Arten

5 Antworten rund um das Thema Zahnersatz und Zahngesundheit

Geradestehende und saubere Zähne sorgen für ein höheres Selbstbewusstsein sowie für eine gute allgemeine Gesundheit und damit für mehr Lebensqualität. Trotz bester Pflege – wegen eines Unfalls, einer Krankheit oder einfach aus Altersgründen – können jedoch Zähne verloren gehen. Spätestens dann stellt sich die Frage nach geeignetem Zahnersatz. Ob Stiftzahn, Teleskopprothese oder Zahnimplantate: Ihrem Zahnarzt stehen viele bewährte Techniken zur Verfügung.

Teleskopprothese oder Implantate: Was ist besser?

Vergleicht man die Teleskopprothese mit einer anderen Zahnprothese, ist sie ein guter Kompromiss.

Vorteile der Teleskopprothese:

  • sicherer Prothesenhalt
  • keine störenden Zahnklammern
  • Gaumenfreiheit möglich bei mehr als vier Pfeilerzähnen
  • ein Restzahn genügt zur Befestigung
  • aufgrund der Herausnehmbarkeit optimale Mundhygiene
  • Doppelkronen (Teleskope) rein implantatgetragen oder als Hybridprothese (Kombination von Zahnimplantaten und natürlichen Zähnen) gefertigt
  • schnelle und unkomplizierte Reparaturen, leichte Erweiterbarkeit

Nachteile der Teleskopprothese:

  • gesunde Zähne müssen stark beschliffen werden
  • bei weniger als vier Pfeilerzähnen Unterzungenbügel oder andere Verbinder nötig
  • mögliche Kariesentwicklung am Kronenrand sowie Überlastung der Pfeilerzähne bei natürlicher Zahnwurzel

Beim Vergleich von Teleskopprothese und Zahnimplantat schneiden Zahnimplantate deutlich besser ab – lässt man den Preisunterschied mal außer Acht.

Vorteile der Zahnimplantate:

  • jeder Zahn kann einzeln versorgt werden
  • Halterung für eine Zahnprothese oder eine Zahnbrücke
  • feste Zähne für ein natürliches Mundgefühl
  • gesunde Zahnsubstanz bleibt erhalten
  • Schutz vor Knochenverlust
  • bei kompletter Zahnlosigkeit reichen 4 Zahnimplantate pro Kiefer für festsitzenden Zahnersatz; für herausnehmbaren Zahnersatz sind mindestens 2 Implantate nötig
  • Vermehrung von Pfeilerzähnen

Nachteile der Zahnimplantate:

  • bei geringem Knochenangebot ist ein Kieferaufbau notwendig
  • hohe Kosten

Wie viel kostet eine Teleskopprothese?

Die hochwertigste Form von herausnehmbarem Zahnersatz hat ihren Preis – schließlich werden hierbei zwei Kronen pro Pfeilerzahn angefertigt. Für jede Einzelkrone sollten Sie etwa 350-400 Euro Laborkosten veranschlagen. Dazu kommt noch das Honorar für den Zahnarzt, das von einer Zahnarztpraxis zur nächsten erheblich schwanken kann. Eine pauschale Summe lässt sich deshalb nicht benennen, denn die Kosten sind zudem noch abhängig von Ihren individuellen Voraussetzungen:

  • Art des Materials (Edelstahllegierung, Gold oder Keramik)
  • Anzahl der zu ersetzenden Zähne
  • Notwendigkeit vorangehender Zahnbehandlungen wie Knochenaufbau, Zahnimplantate oder Wurzelbehandlungen

Gesamtkosten von mehreren Tausend Euro für beide Kiefer sind realistisch: Das Einholen einer Zweitmeinung auf der Grundlage eines Heil- und Kostenplans ist hierbei unbedingt zu empfehlen! Von der Krankenkasse gibt es einen festen Betrag für die Kronen (Regelversorgung), unabhängig davon, für welche Art der Zahnprothese Sie sich letztendlich entscheiden.

Stiftzahn oder Zahnimplantat: Worin besteht der Unterschied?

Ob Stiftzahn oder Zahnimplantate – das Verfahren ähnelt sich nur auf den ersten Blick: Zahnwurzel-Aufbau-Zahnkrone. Der hauptsächliche Unterschied liegt im Bereich der Zahnwurzel und des darin befindlichen Aufbaus. Zahnimplantate bilden selbst die künstliche Zahnwurzel (Implantatkörper), in die der Implantataufbau aus Titan oder Keramik passgenau eingeschraubt wird. Vorteil: Zahnimplantate sind nicht auf die häufig schon vorgeschädigte Zahnwurzel angewiesen und sind bei guter Mundhygiene äußerst langlebig. Nachteil: Implantate sind etwas teurer als ein Stiftzahn.

Der auch als Stiftkrone oder stifttragende Krone bezeichnete Stiftzahn besteht aus einer künstlichen Zahnkrone, die mithilfe eines Stiftes stabil im Wurzelkanal eines natürlichen Zahnes verankert wird. Der Stift kann aus Metall, Kunststoff oder Keramik gefertigt werden. Vorteil: Ist bei einem stark geschädigten Zahn die Zahnwurzel noch vorhanden und intakt, kann mit einem Stiftzahn ein Teil des eigenen Zahns erhalten werden. Das funktioniert sogar bei schon wurzelbehandelten Zähnen. Nachteil: Die bereits geschwächte Zahnwurzel bietet der Zahnkrone irgendwann keinen ausreichenden Halt mehr, Karies bildet sich am Kronen-Wurzel-Übergang und die Krone lockert sich. Der Austausch von Zahnkrone und Stift verursacht neue Kosten und beansprucht die Zahnwurzel erneut. Die bessere Wahl aus medizinischer Sicht sind daher Zahnimplantate.

Der Besuch beim Zahnarzt: Wie oft sollte man gehen?

Wer als gesetzlich Krankenversicherter nur einmal im Jahr zum Zahnarzt geht und sein Bonusheft lückenlos abstempeln lässt, kann im Ernstfall viel Geld sparen. Der Festzuschuss zum Zahnersatz steigt nämlich durch gestaffelte Bonuszahlungen und belohnt den regelmäßigen Gang zum Zahnarzt nach fünf Jahren:

  • Bonusheft nach 0-4 Jahren: 0 % Bonus, 50 % Zuschuss (Gesamthöhe Regelversorgung)
  • Bonusheft nach 5-9 Jahren: 20 % Bonus, 60 % Zuschuss (Gesamthöhe Regelversorgung)
  • Bonusheft nach 10 und mehr Jahren: 30 % Bonus, 65 % Zuschuss (Gesamthöhe Regelversorgung)

Doch kein Zahnersatz ist so wertvoll wie die eigenen Zähne und kein Bonus deckt dessen komplette Kosten ab. Ein mindestens halbjährlicher Termin beim Zahnarzt ist daher auch für über 18-jährige Patienten eine sinnvolle Investition in eine dauerhafte Mundgesundheit. Werden Defekte frühzeitig erkannt, können diese viel einfacher und kostengünstiger behandelt werden. Für Träger von gut sitzenden Vollprothesen genügt der einmal jährliche Zahnarztbesuch; Patienten mit Zahnfleischproblemen sollten dagegen alle drei Monate zum Zahnarzt gehen.

Was tun, wenn die Zahnprothese wackelt?

Bilden sich Kieferkamm und Zahnfleisch zurück oder haben Zahnarzt und Dentallabor nicht genau genug gearbeitet, kann die Prothese anfangen zu wackeln. Eine schlecht sitzende Zahnprothese beeinträchtigt Kauen, Essen und Sprechen und führt zu Druckstellen sowie zur Rückbildung des Kieferknochens, da der gleichmäßige Kaudruck fehlt. Um die genaue Ursache schnell zu finden und gezielt zu beheben, sollten Sie Ihren Zahnarzt oder Ihr Dentallabor zurate ziehen.

Für den sicheren Halt einer Zahnprothese gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Zahnarzt: regelmäßiger Besuch, um Schwierigkeiten vorzubeugen
  • Unterfütterung: Auffüllen entstandener Hohlräume mit speziellem Prothesenkunststoff
  • Zahnimplantate und Miniimplantate: sicherster Halt für eine Zahnprothese bei kompletter Zahnlosigkeit oder wenigen eigenen Zähnen
  • Gutowski-Prothesen: guter Prothesenhalt ohne eigene Zähne und Implantate für Patienten mit Angst vor Zahnimplantaten
  • Prothesenkleber, Haftcremes und Pulver: nur im Notfall, da damit kein idealer Randschluss erreicht und durch den Kleber der Prothesenkunststoff angegriffen wird

Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.