Zahnimplantat oder Brücke? Welcher Zahnersatz ist besser?

Bild:Björn Pfeiffer von Zahntechnik Rauschelbach

Zahnimplantat oder Brücke: Welcher Zahnersatz ist besser?

Fehlende Zähne sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Schließlich benötigen wir unser Gebiss auch für die Zerkleinerung unserer Nahrung. Ob wir die Zahnlücke mit einem Implantat oder einer Zahnbrücke schließen, hängt in erster Linie von den Kosten und den persönlichen Vorlieben ab. Lesen Sie selbst, welche Vor- und Nachteile es gibt.

Sobald die Zähne verloren gehen, sollte die Lücke mit einer Brücke oder einem Zahnimplantat geschlossen werden, um einem Zahnfleisch- und Knochenschwund vorzubeugen. Implantat oder Brücke? Die Auswahl fällt vielen Patienten schwer. Brücken und Implantate haben viele Vor- und Nachteile. Zwar werden Brücken häufiger eingesetzt als Zahnimplantate, jedoch müssen vor der Eingliederung des Zahnersatzes gesunde Zähne präpariert werden. Da für die Eingliederung von Implantaten, die später mit einer Brücke versorgt werden, ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist, sind die Zahnimplantatkosten auch deutlich höher als bei einer herkömmlichen Brücke.

Versorgung durch eine Zahnbrücke: Vor- und Nachteile

Brücken werden am häufigsten für den Verschluss von Zahnlücken verwendet. Im Gegensatz zu einem Implantat haben Brücken den großen Vorteil, dass sie keinen chirurgischen Eingriff erfordern. Auch sind sie deutlich preiswerter als Implantate, weshalb die meisten Patienten sich für eine Brücke entscheiden.

Bei einer Brücke handelt es sich um einen Zahnersatz, den Patienten nicht herausnehmen können. Anders als bei einer Prothese werden Brücken fest verankert, um Zahnlücken dauerhaft zu verschließen. Für den Verschluss einer Zahnlücke müssen allerdings die benachbarten Zähne präpariert werden, die bei einer Brücke als Pfeiler oder Anker dienen. Hierbei muss es sich allerdings um Zähne handeln, die sich durch eine gesunde Krone und eine intakte Zahnwurzel auszeichnen. Zähne mit Karies und sensiblen Zahnhälsen sind für eine Präparation nicht geeignet. Da die Zähne für die Aufnahme der Krone beschliffen werden müssen, ist die Zahnsubstanz unwiderruflich verloren.

Mit einer Brücke können Patienten relativ schnell versorgt werden, um unschöne Zahnlücken zu verschließen. Sie hat allerdings einen Nachteil. Bei einer Brücke werden lediglich die präparierten Zähne (Brückenpfeiler) belastet, die somit einen höheren Druck aushalten müssen. Die eigentliche Zahnlücke, die von den Brückengliedern verschlossen wird, muss hingegen keiner Belastung standhalten, weshalb das Zahnfleisch und der Kieferknochen sich langsam zurückbilden können.

Von dem Abbau des Kieferknochens können im Laufe der Zeit auch die Brückenpfeiler betroffen sein, sodass Bakterien sich am Zahnfleischrand einnisten können, die als Ursache für Karies und Parodontitis (Zahnfleischentzündung) gelten. Schlimmstenfalls fallen die Zähne aus, sodass eine weitaus größere Zahnlücke entsteht. Auch können die Wurzeln der präparierten Zähne sich entzünden, sodass eine Wurzelbehandlung erforderlich ist. Mitunter muss die einzementierte Brücke aufwendig entfernt werden, um den erkrankten Zahn freizulegen und zu behandeln.

Ein weiterer Nachteil einer Brücke ist, dass Patienten den Zahnersatz häufig als Fremdkörper empfinden. Gelegentlich können Brücken zu wackeln beginnen, wenn sie nicht richtig befestigt werden. Auch bilden sich zwischen den abgeschliffenen Zähnen und den Kronen Hohlräume, die ein Nährboden für Keime und Karies sind.

Vorteile einer Zahnbrücke noch einmal in Kürze:

  • relativ preiswert
  • Verschluss von größeren Zahnlücken (3 Zähne)
  • geringer Aufwand
  • Versorgung wird von der Krankenkasse bezuschusst

Nachteile einer Brücke noch einmal in Kürze:

  • Präparation gesunder Zähne
  • Überlastung der Brückenpfeiler
  • Rückbildung des Zahnfleisches
  • Abbau des Kieferknochens
  • Begünstigung von Karies & Parodontitis am Zahnfleischsaum

Versorgung durch ein Zahnimplantat: Vor- und Nachteile

Im Gegensatz zu einer Brücke hat ein Implantat den großen Vorteil, dass keine gesunden Zähne abgeschliffen werden müssen. Somit kann auch das Risiko von Zahnfleischentzündungen und Karies gemindert werden. Für die Versorgung einer Zahnlücke mit Implantaten ist zwar ein chirurgischer Eingriff erforderlich, jedoch sind Implantate eine besonders schonende Lösung, um kleine und große Zahnlücken zu verschließen. Zahnimplantate eignen sich vor allem für den Verschluss einzelner Zahnlücken im Frontbereich.

Zahnimplantate übernehmen die Funktion von echten Zähnen, weil sie die Zahnwurzel und die Zahnkrone perfekt nachbilden. Bei einem Implantat handelt es sich gewöhnlich um einen Titanstift, der in den Kieferknochen eingebracht wird. Nach der Ausheilungszeit versorgt man den Stift mit einer Krone oder einer Brücke. Mit Implantaten können Patienten ihre Zähne wieder gleichmäßig belasten, sodass der Kieferknochen sich nicht zurückbildet. Auch erfahren die benachbarten Zähne eine Entlastung, weshalb die Gefahr eines Knochenabbaus nicht allzu groß ist. Mittlerweile werden selbst totale Prothesen mit Zahnimplantaten verankert, um auf Haftcreme oder Haftpulver zu verzichten.

Ein weiterer Vorteil von Zahnimplantaten ist die lange Haltbarkeit. Zwar sind die Zahnimplantatkosten deutlich höher als bei einer herkömmlichen Brücke, jedoch lohnt die Investition sich dennoch. Ist der Zahnersatz erst einmal implantiert, hat er eine uneingeschränkte Lebensdauer.

Vorteile eines Implantates in Kürze:

  • deutlich langlebiger als eine Brücke
  • vollständiger Erhalt der Kaufunktion
  • Schonung der gesunden Zähe
  • idealer Ersatz einzelner Zähne
  • sind mit gesunden Zähnen vergleichbar
  • sicherer Halt der Krone oder Brücke
  • Erhalt des Kieferknochens und des Zahnfleisches
  • Entlastung der benachbarten Zähne

Nachteile eines Implantates in Kürze:

  • hohe Zahnimplantatkosten
  • aufwendiger Aufbau des Kieferknochens bei vorhandenem Knochenabbau
  • operativer Eingriff
  • lange Ausheilungsphase
  • eignet sich nur für Patienten mit guter Mundhygiene
  • nicht für Patienten mit Parodontitis, Osteoporose & Diabetes geeignet

Fazit

Ob Patienten sich für eine Brücke oder ein Implantat entscheiden, hängt in erster Linie vom Geldbeutel ab, da die Krankenkassen den Zahnersatz nur prozentual bezuschussen. Die restlichen Kosten müssen vom Patienten getragen werden. Brücken sind deutlich preiswerter als Zahnimplantate, weshalb sie auch wesentlich häufiger zum Einsatz kommen. Ein großer Nachteil ist, dass für die Herstellung einer Brücke zwei gesunde Zähne präpariert werden müssen. Auch ist die Gefahr eines Knochenabbaus groß, weil einige Strukturen nicht belastet werden. Ein Implantat ist zwar teurer als eine Brücke, jedoch kann es einen gesunden Zahn vollständig nachbilden. Einziger Nachteil ist der hohe Kostenfaktor, weshalb Patienten vor einem Eingriff zurückschrecken.

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Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.