Was sind Mini-Implantate und wann werden sie verwendet?

Vergleich Mini-Implantat und normales Implantat
Links: normales Implantat, Rechts: Mini-Implantat

Was, wenn die Vollprothese nicht richtig hält? Haftcreme greift die Prothese an und führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Die Lösung: Mini-Implantate. Sie bieten festen Halt und können im Vergleich zu regulären Implantaten auch bei geringerem Knochenbestand im Kiefer eingesetzt werden.

Mit einem Klick eingesetzt

Reguläre Implantate besitzen zwei Teile: Ein Unterteil und einen Aufbau. In einem aufwendigen chirurgischen Eingriff wird das Unterteil im Kiefer versenkt und muss dort mehrere Monate mit dem Kieferknochen verwachsen. Danach wird das Unterteil erneut freigelegt und der Aufbau eingeschraubt. Darauf wird eine Krone, eine Brücke oder anderer Zahnersatz befestigt. Mini-Implantate unterscheiden sich nicht nur in ihrer Größe – sie sind mit 1,8 bis 2,4 mm Durchmesser deutlich schmaler – sondern sie besitzen auch eine andere Technik und Funktion als gewöhnliche Implantate. Sie bestehen nämlich aus nur einem Teil, das am oberen Ende einen Kugelkopf besitzt. Die Prothese kann hierauf, ähnlich wie bei einem Druckknopf, befestigt werden. Dafür wird die Prothese in den Mundraum geführt, so dass sich die Fassungen der Prothese über den Kugelköpfen der Mini-Implantate befinden. Nun kann die Prothese vorsichtig und gleichmäßig heruntergedrückt werden und einrasten. Um die Prothese wieder herauszunehmen, fasst man unter den Prothesenrand und drückt sie mit Zuhilfenahme der Zunge heraus. Die Prothese sitzt so fest, dass sie gefahrlos auch nachts getragen werden kann.

Schonend und schnell

Die Behandlung ist im Vergleich mit regulären Implantaten weniger aufwendig und deutlich schneller ausgeführt. Das Einsetzen eines Mini-Implantats ist dank präziser Technik „minimal invasiv“, d.h. ein minimaler Eingriff, und bei lokaler Betäubung innerhalb von ca. 10 Minuten durchgeführt. Mini-Implantate werden – wie auch reguläre Implantate – aus Titan gefertigt, das biologisch vollständig mit dem Körper verträglich ist. Zur Befestigung einer Vollprothese werden 4-6 Mini-Implantate pro Kiefer benötigt. Diese sind innerhalb von 2 Stunden eingesetzt. Fast immer kann dabei auf ein Aufklappen des Zahnfleisches oder einen Schnitt verzichtet werden. Die Methode mit Mini-Implantaten ist seit den 90er Jahren millionenfach durchgeführt worden, geprüft, absolut unbedenklich und sicher. Die Prothese sitzt unmittelbar nach Einsetzen deutlich fest. Da ein absolut festes Verwachsen auch hierbei 3-6 Monate in Anspruch nehmen kann, sollte die Belastung nach und nach gesteigert werden.

Deutlich günstiger als reguläre Implantate

Mini-Implantate sind in etwa nur halb so teuer wie reguläre Implantate, vor allem, weil oft keine Anfertigung des neuen Zahnersatzes anfällt. Wenn die bisherige Prothese von guter Qualität und Stärke ist, kann sie für die Verwendung umgearbeitet werden.

Wie die eigenen Zähne putzen

Mini-Implantate werden wie die eigenen Zähne mit einer Bürste gereinigt. Somit werden Entzündungen am Zahnfleisch vorgebeugt und die Funktion der Mini-Implantate gewährleistet. Auch die Prothese sollte mit der Zahnbürste gereinigt werden. Besonders wichtig ist es, Ihre Fassungen frei von Verunreinigungen zu halten.

Eine Vielzahl von Vorteilen

Mini-Implantate bieten eine Vielzahl an Vorteilen: Im Vordergrund steht der bessere Halt der Prothese, damit das gesteigerte Wohlbefinden und Sicherheit. Mini-Implantate sind ca. 50% günstiger als reguläre Implantate, schneller und unkompliziert eingesetzt und unmittelbar nach dem Einsetzen belastbar. Oft kann eine vorhandene Prothese umgearbeitet werden, so spart man die weiteren Kosten einer neuen Prothese. Bei optimaler Verteilung der Mini-Implantate im Kiefer kann eine gaumenfreie Prothese verwendet werden. Einziger Nachteil der Mini-Implantate ist, dass sie im Vergleich zu ihrer großen Schwester, dem regulären Implantat, für Einzelkronen oder Brücken nur in wenigen Ausnahmefällen infrage kommen.

Besser beraten

An dieser Stelle können nur allgemeine Hinweise gegeben werden. Lassen Sie sich entsprechend Ihrer ganz persönlichen Bedürfnisse daher von Ihrem Zahnarzt sowie einem Zahntechniker im Dentallabor beraten.

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Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.