Welche Kosten und Preise hat ein Zahnimplantat?

Zahnimplantate - wie hoch sind Kosten und Preise?
Zahnimplantate – wie hoch sind Kosten und Preise?

Durch ein Zahnimplantat wird es möglich, an nahezu jeder Stelle im Kiefer einen Zahn ersetzen zu lassen. Das Implantat können Sie sich wie eine künstliche Zahnwurzel vorstellen, auf welcher ein Zahnersatz platziert werden kann. So wird ein optisch harmonisches Ergebnis erzielt – auch dann,  wenn die natürliche Zahnwurzel nicht mehr vorhanden ist.

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Quelle: Zahnweissinfo.com

Leider sind Implantate häufig kostspielig und es kursieren allerhand Vorurteile über die tatsächlichen Zahnimplantat-Preise und deren Zusammensetzung.

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen erklären, welche Preise Sie für die verschiedenen Implantatlösungen erwarten können und wie diese zustande kommen. Außerdem werde ich Ihnen erläutern, welche Möglichkeiten der Zuzahlung bestehen.

Die Kostenspanne für ein Zahnimplantat

Sie möchten am liebsten eine klare Antwort darauf finden, wie teuer Ihr Implantat wird. Das ist jedoch nicht ohne Weiteres möglich, da es dabei nicht zuletzt auf Ihre individuelle gesundheitliche Situation ankommt.

Die Spanne der Kosten für ein Zahnimplantat beträgt etwa zwischen 1.600 € für ein Einzelzahnimplantat eines Seitenzahns und 13.500 € für den festsitzenden Zahnersatz eines kompletten Kiefers. Ratsam ist, sich mehrere Angebote für ein Implantat zum Vergleich vorlegen zu lassen.

Doch wonach bemessen sich die Zahnimplantat-Preise? Worauf müssen Sie bei einem Vergleich achten?

Zum einen sind beim Herstellen und Einsetzen eines Zahnimplantates mehrere Fachleute involviert – Zahnarzt, Zahnarzthelfer/-in, Zahntechniker, Mund-Kiefer-Gesicht-Chirurgen.

Zum anderen braucht es genaue Planung und Beratung, was sich auf die Behandlungszeit niederschlägt.

Für die Endpreise ist zudem die Anzahl der eingesetzten Implantate wichtig. Doch vor der Kostenaufstellung müssen die verschiedenen Arten der Zahnimplantate betrachtet werden.

Titan oder Keramik – was passt zu Ihnen?

In Deutschland gibt es ungefähr 80 verschiedene Hersteller und zirka 70 unterschiedliche Implantatsysteme, für die als Grundmaterial meist einheitlich Titan dient. Titan verbindet sich gut mit dem Knochen und ruft keinen Abtoßungsreflex hervor, wenn das Zahnimplantat in den Kieferknochen eingesetzt wird.

Ist das Titan mit Nickel oder Zinn verunreinigt, könnten Allergiker allerdings darauf reagieren.

Die meisten Implantate sind aus Titan. Keramik (Zikonoxid) hat sich noch nicht  durchgesetzt, weil dieses Material sich mit dem Knochen nicht richtig verbindet. Die Abutments, die im Nachhinein auf das Implantat geschraubt werden, sind immer häufiger aus Keramik. Wichtig ist bei einem Zahnimplantat vor allem eine hohe Biokompatibilität, sprich: Das Material muss gut verträglich sein.

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Ansonsten unterscheidet sich das Zahnimplantat erheblich in Design, Oberflächenbeschaffenheit oder den Möglichkeiten der Aufbauten. Das EINE Zahnimplantat gibt es nicht.

Quelle: Implantat-Berater.de

Im Folgenden möchte ich Ihnen anhand von 9 Fragen verdeutlichen, was einen Einfluss auf die Kosten Ihres Zahnimplantates hat.

Wie setzen sich die Zahnimplantat-Preise zusammen?

Ehe ein Kostenvoranschlag für das Implantat eines einzelnen Zahnes oder mehrerer Zähne abgegeben werden kann, muss die jeweilige Situation im Mund des Patienten betrachtet werden.

Dabei sind folgende 9 Faktoren zu beachten:

  1. Wie aufwändig ist der Eingriff?
  2. Wie viele Implantate sind nötig?
  3. Wie wurde diagnostiziert?
  4. Welches Material ist gewünscht?
  5. Muss zusätzlich Knochen aufgebaut werden?
  6. Welcher Hersteller und welches Labor kommt in Frage?
  7. Welche Versicherung besitzt der Patient?
  8. Wie hoch ist das Honorar für den Behandler?
  9.  In welcher Region ist der Zahnarzt ansässig?

1. Die Schwierigkeit beim Einsetzen eines Implantats spielt eine große Rolle für die Preise, die auf Sie zukommen. Sie können sich beispielsweise für eine Vollnarkose entscheiden, die Sie aber selbst bezahlen müssen.

2. Dieser Punkt ist selbsterklärend: Ein Zahn ist günstiger als drei. Allerdings gibt es Kosten, die nur einmalig pro Patient berechnet werden. Dazu gehört die Diagnostik.

3. Diagnostische Methoden können ein Röntgenbild, Computertomographie, Orthopantomogramm, die Digitale Volumen Tomographie oder eine dreidimensionale Diagnostik sein.

Wichtig ist dies, um zu erkennen, wie es im Inneren Ihres Kiefers aussieht, um daraus Schlüsse bezüglich Ihrer Knochenbeschaffenheit zu ziehen. Je mehr diagnostische Methoden angewandt wurden, umso teurer wird natürlich der Gesamtpreis der Behandlung.

4. Wie oben beschrieben haben Sie die Wahl zwischen Titan und Keramik, wobei letzteres teurer ist. Zudem muss unterschieden werden zwischen Mini-Implantaten, Implantaten nur im Oberkiefer (Zygoma-Implantaten) oder provisorischen Implantaten.

5. Ist es erforderlich, für den Eingriff Ihren Knochen zusätzlich aufzubauen, macht dies einen erheblichen Kostenbeitrag aus. Knochenaufbau kann sich langwierig gestalten; auch die Preise für die notwendigen Materialien dazu variieren.

6. Für die Laborkosten ist es von Bedeutung, in welchem Land der Zahnersatz gefertigt wird. Ausländische Labore sind oft günstiger, aber inzwischen gleichen deutsche Labore auch ihre Preise an. Auf jeden Fall sollte Ihnen Ihr neues Mundgefühl die Qualität von Meisterlaboren wert sein.

7. Sind Sie Privat- oder Kassenpatient? Haben Sie eine Zahnzusatzversicherung? Sind Sie Bezieher von Sozialleistungen? Oder beihilfefähig? All das fließt in die Rechnungsstellung ein.

8. Die Gebührenordnung für Zahnärzte legt die Vergütung für zahnärztliche Leistungen für Privatpatienten fest. Der Zahnarzt kann zur Ansetzung seines Honorars mit einem Faktor arbeiten. Ab Faktor 3,5 braucht er die Einwilligung seines Patienten.

Da es sich bei Implantaten um reine Privatleistungen handelt, wird jeder Kassenpatient dabei automatisch zum Privatpatienten. Also gilt die Berechnung des Honorars für den behandelnden Zahnarzt für Sie genauso, wenn Sie gesetzlich versichert sind. Zur Zahlung der Krankenkassen finden Sie weiter unten im Beitrag weitere Informationen.

9. Die Kosten für ein Zahnimplantat staffeln sich auch regional: Praxen, die zentrumsnah in Großstädten liegen, können höhere Preise geltend machen als ein Zahnarzt auf dem Land. Im Ausland wird es oft noch günstiger, aber es ist abzuwägen, ob Sie auch dort die Qualität erhalten, die Sie wünschen. Außerdem müssen dabei natürlich Reisekosten und eventuelle Nachbehandlungen einkalkuliert werden.

Kosten verschiedener Zahnimplantate und Beispiele für Preise

Je nach Position im Gebiss kann man exemplarisch von folgenden Beträgen ausgehen:

  • Einzelzahnimplantat eines Frontzahns: ca. 1.700 bis 3.500 €
  • Einzelzahnimplantat eines Seitenzahns: ca. 1.600 bis 2.900 €
  • Implantatgetragene Brücke auf zwei Zahnimplantaten: ca. 2.500 bis 4.300 €
  • Herausnehmbare Prothese auf zwei Zahnimplantaten: ca. 3.500 bis 5.000 €
  • Unterkieferversorgung bei Zahnlosigkeit auf zwei Implantaten (+ Steg): 3.500 bis 4.500 €
  • Herausnehmbarer Zahnersatz bei Zahnlosigkeit auf vier Implantaten (+ Steg): 7.300 bis 9.600 €
  • Herausnehmbarer Zahnersatz bei Zahnlosigkeit auf vier Implantaten und Teleskope: 9500–13.000 €
  • Herausnehmbarer Zahnersatz bei Zahnlosigkeit auf vier Implantaten + konfektionierte Verbindungselemente: 6.200 bis 7.700 €
  • Festsitzender Zahnersatz auf Implantaten bei Zahnlosigkeit (je Kiefer): ab etwa 13.000 €
  • Festsitzende Versorgung auf Implantaten bei Zahnlosigkeit (klassische Versorgung auf 6-8 Implantaten): pro Kiefer ab etwa 15.000 €
  • Festsitzende Versorgung auf Implantaten bei Zahnlosigkeit (reduziertes Konzept, All-on-4®, 4-and-fixed®): ab ca. 13.500 €

Aufgeschlüsselt auf ein Implantat aus Titan ergeben sich beispielsweise diese Kosten:

  • für Diagnostik des Zahnarztes: 100 bis 250 € (je Kiefer, einmalig)
  • für das eigentliche Einsetzen: 230 bis 450 € je Implantat
  • für den Austausch/Wechsel von Aufbauteilen (Abutments): 60 bis 150 €
  • für den Zahnersatz: etwa 180 bis 320 € je Krone
  • für den (eventuell nötigen) Knochenaufbau: 50 bis 300 €, in Sonderfällen bis zu 600€
  • für die Diagnostik des Zahnlabors: 75 bis 140 € (einfache Messschablone) bzw. 250 bis 450 € (3D-Bohrschablone)
  • für die Herstellung der Krone: etwa 300 bis 650 € je Krone
  • für das Verbrauchsmaterial des Zahnimplantats je nach Hersteller: ca. 80 bis 360 €
  • für die Abutments: 60 bis 375 €
  • für das Knochenersatzmaterial:  ca. 60 bis 110 € je g
  • für die Membran: ca. 80 bis 150 €
  • für das OP-Material: 15 bis 50 €
  • für den Bohrer: 20 bis 65 € je Bohrer

Quelle: Implantate.info

Zusätzlich können Kosten für eine Computertomographie, eine Digitale Volumen Tomographie oder eine Kiefergelenkdiagnostik auf Sie zukommen.

Das sind für die meisten Personen erst einmal abenteuerliche Summen. Schnell sind Sie vermutlich bei der Frage, ob und was die Krankenkasse Ihnen bezuschusst.

Zahlen die Krankenkassen Zuschüsse für ein Zahnimplantat?

Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sind Zahnimplantate nicht enthalten. Nur bei äußerst schweren Erkrankungen wie Tumoren ist eine Kostenübernahme möglich.

Stattdessen wird befundabhängig ein Festzuschuss gezahlt – der leider nicht steigt, wenn die Kosten steigen. Haben Sie Ihr Bonusheft korrekt geführt, kommt Ihnen das beim Festzuschuss übrigens zugute.

Der Festzuschuss wird von Ihrer Krankenkasse nach Erstellung des Heil- und Kostenplans individuell ermittelt.

Für ein Einzelimplantat gilt ein Zuschuss zwischen 319 und 414 € (je nach Bonussituation), für einen zahnlosen Kiefer, der mit Implantaten ausgestattet werden soll, zwischen 317 und 413 € (Unterkiefer) bzw. 296 und 411 € (Oberkiefer).

Sind Sie privat versichert, übernehmen die Versicherungen in der Regel den chirurgischen Eingriff und auch die Nachsorge. Eine mögliche Zuzahlung von Ihnen richtet sich ganz nach Ihrem Vertrag, der im Vorfeld der Behandlung befragt werden sollte.

Die Beihilfe gewährt im Allgemeinen für zwei Implantate pro Kiefer einen Zuschuss, auch hier empfiehlt sich vor der Behandlung ein Gespräch mit Ihrer Versicherung.

Damit Sie einer Zahnimplantation gelassener entgegensehen können, können Sie eine Zahnzusatzversicherung abschließen, in der diese Problematik explizit geregelt ist.

Übrigens können Sie die Netto-Kosten für Ihr neues Zahnimplantat als “Außergewöhnliche Belastung” von der Steuer absetzen, wenn Sie den einkommensabhängigen, zumutbaren Betrag überschreiten.

Ist Zahnersatz bei diesen Preisen also nicht zu finanzieren? Doch! Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Möglichkeiten Sie haben oder nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Fazit

Zahnimplantate sind eine ästhetisch ansprechende, dauerhafte Lösung für Zahnverlust. Die Lebensqualität durch Implantate steigt enorm, weil diese wie Ihre eigenen Zähne sind – in der Regel sogar noch fester. Der Prozess zum schönen Lächeln mit dem Zahnersatz ist jedoch zeitaufwändig und nicht günstig.

Die Kosten und ihre Zusammensetzung können Sie anhand der oben aufgeführten Beispiele nun hoffentlich einfacher nachvollziehen. Die wichtigsten Punkte hierzu sind:

  • Es gibt keine Pauschalaussage zu diesem Thema!
  • Die Zahnimplantat-Preise variieren stark nach Ihrer Situation im Kiefer.
  • Wählen Sie für Ihr Implantat zwischen Titan und Keramik.
  • Das Ausmaß des Knochenaufbaus ist ein großer Kostenfaktor.
  • Achten Sie auf die geprüfte Qualität von Meisterlaboren.
  • Die gesetzliche Krankasse zahlt nur einen Festzuschuss.
  • Empfehlenswert ist im Vorhinein eine spezielle Zahnzusatzversicherung.
  • Sie können die Kosten von der Steuer absetzen.

Welche Erfahrungen Haben Sie mit den Kosten von Zahnimplantaten gemacht? Hinterlassen Sie mir einen Kommentar und ich werde mich schnellstmöglich bei Ihnen melden!

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Autor Rainer Ehrich

Rainer Ehrich, Erfinder der TEK-1 Prothese und ehemaliger Dentallaborbesitzer, will mit Padento Menschen helfen, fair und transparent zum Thema Zahnersatz beraten zu werden.